no need of sun to light the way…

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Impressionen aus Fernost

Kinners, was war das für eine Woche – anstrengend, spannend, produktiv, voller neuer Eindrücke und mit wenig Schlaf. Seitdem die Firma, bei der ich angestellt bin, von einem US-Konzern übernommen wurde, werde ich hier gefühlt zum Weltreisenden. 😉 Wer meine Tweets verfolgt, hat es ja sicher mitbekommen: Klein Karlchen war nämlich auf Dienstreise in Taipeh.

Vor dem Hinflug graute es mir ein wenig, muss ich gestehen. Ich fliege zwar eigentlich ganz gerne, aber über 12 Stunden in so einer Blechbüchse mit wenig Bewegung… Puh. Das war jetzt nicht unbedingt das, was ich als angenehmen Zeitvertreib für einen Sonnabend bezeichnen würde. Zudem waren wir mit China Airlines unterwegs, deren Unfallstatistik auch eher bescheiden aussieht. Perfekte Voraussetzungen, um sich ein bisschen Flugangst zu machen. 😀

Der Flug war aber recht schnell überstanden und so kamen wir am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr Ortszeit nach einer viel zu kurzen Nacht in der „Republic of China“ an, wie Taiwan offiziell heißt. Schon die Autofahrt vom Taiwan Taoyuan International Airport zum Hotel vermittelte uns einen ersten Eindruck, wie es verkehrstechnisch denn aussieht auf der Insel im südchinesischen Meer. Offenbar haben die Taiwaner ein Faible für Brücken. Überall schienen Pfeiler förmlich aus dem Boden heraus und dann nach links und rechts weiter zu wachsen, um sich dann zu neuen Hochstraßen oder Bahntrassen zu verbinden.

Typisches Bild auf Taipehs Straßen: Motorroller

Typisches Bild auf Taipehs Straßen: Motorroller

Nach einem kurzen Frühstück im Hotel ging es dann auch gleich mit den Kollegen unserer Taiwanischen Niederlassung auf Testfahrt. Da wurde dann auch schnell klar, wieso neue Straßen überwiegend Hochstraßen sind: Es geht einfach alles verdammt eng zu in Taipeh. Insofern ist ein Großteil der Einwohner statt mit dem Auto auch eher mit dem Motorroller unterwegs. Scharen von Motorrollern, die sich zwischen den an den gefühlt tausenden von Ampeln im Stau steckenden Autos hindurchschlängeln sind so das prägende Bild für den Verkehr in der Taiwanischen Hauptstadt – ein irres Gewusel!

Blick vom Taipei 101 nach Südwesten

Umso mehr drängt sich dann auch der Eindruck einer typischen Stadt aus Sim City auf, wenn man von der Besucher-Etage des Taipei 101 im 89. Stock hinunterblickt. Überhaupt wirkt Taipeh von oben wie eine Spielzeugstadt: Der Wuselfaktor des dichten Verkehrs sowie die von Süden bis Nordosten ins Stadtgebiet hineinreichenden Ausläufer der sich über die gesamte Insel erstreckenden Bergkette tragen sehr dazu bei.

Auch das Essen während der Woche war immer ein Erlebnis. Die Kollegen führten uns in diverse Restaurants in der Stadt, so dass wir die Vorzüge der chinesischen Küche aber auch den japanischen Küche kennen lernen konnten. Ein kulinarisches Erlebnis – und ich glaube, ich hab dann auch mal den Dreh raus, wie man mit Stäbchen isst. 😉 Ein Punkt, an den ich vor unserer Reise überhaupt nicht gedacht habe. Zwar waren die Servicekräfte in den Restaurants dann immer sofort mit Messer und Gabel zur Stelle, aber so einfach wollte ich es mir dann doch nicht machen.

Überhaupt sind die Taiwaner ein durch und durch hilfsbereiter und freundlicher Menschenschlag. Und selbst wenn dann die Verständigung auf Englisch nicht so ganz klappte, versucht man’s eben mit Händen und Füßen. Fazit: Taiwan entpuppte sich für mich als faszinierendes und spannendes Land. So war es richtig schade, dass wir nicht die Zeit hatten, mehr von Taipeh zu sehen. Aber mal schauen, vielleicht verschlägt es mich ja im Rahmen des laufenden Projekts noch mal in den Fernen Osten. Schön wäre es jedenfalls. 🙂

Noch ein paar weitere Eindrücke:

Fahrt zum Taipei 101

Im dichten Verkehr auf dem Weg zum Taipei 101. Nettes Detail am Rande (rechts im Bild): Taipehs Ampeln haben einen Countdown

Winter in Taipeh

Winter in Taipeh: Sonnenschein bei 25°C im Schatten, an der Station „Huzhou“ der Taipei Metro

Köche bei der Arbeit

Köche in einem Restaurant im „Food Court“ des Taipei 101 rollen Teig für Xiǎolóngbāo

Zensur!!^11einseinself!

Ein Aufschrei ging gestern früh durch die Medienlandschaft. Von Zensur war die Rede, das Ende der Meinungsfreiheit wurde gar heraufbeschworen (zum Bleistift auf Spiegel Online). Oh mein Bob! Wir werden alle sterben!!^11einseinsdrölfundrölfzig!! Der Gipfel war dann das „#TwitterBlackout“ Hash-Tag, unter dem dazu aufgerufen wurde, am heutigen Samstag komplett auf die Twitternutzung zu verzichten. Damit würde man denen ja schon zeigen, wo der Hammer hängt, jawollja!

Doch was war geschehen? Bislang war es so, dass Twitter auf staatliche Forderungen hin, bestimmte Aussagen und Inhalte zu entfernen dermaßen reagierte, dass betreffende Tweets gelöscht wurden. Und löschen bedeutete in dem Fall, dass eben jene Tweets absolut und unwiederbringlich weg waren und von niemandem mehr gelesen werden konnten. In einem Blogeintrag kündigte das Unternehmen nun an, künftig einen anderen Mechanismus zu verwenden, um in bestimmten Ländern unerwünschte Inhalte zu blockieren. Wohlbemerkt, nur in bestimmten Ländern.

Der Satz in besagtem Blogeintrag ging aber tatsächlich noch weiter; hieß es doch da: „[…] while keeping it available in the rest of the world.“ Blockierte Inhalte werden also nur noch in dem Land nicht zu sehen sein, das die Sperre angeordnet hat. Offenbar war da bei den meisten Lesern aber die Aufmerksamkeitsspanne schon erschöpft. Bei mir ging stattdessen das Hirn an. Denn wenn man mal den bisherigen Status Quo mit dem nun neuen Zustand vergleicht, stellt das doch wohl eine deutliche Verbesserung dar. Anstatt Tweets weltweit für jeden komplett zu löschen, bleiben sie nun für den Rest der Welt erhalten. Und mehr noch: User in dem Land, in dem ein Tweet blockiert ist, werden sogar explizit darauf hingewiesen, dass hier gerade gesperrte Inhalte an ihnen vorbeirauschen.

Wer sich bei Twitter mal auch ein bisschen mit den Konfigurationsmöglichkeiten vertraut gemacht hat, weiß, dass man in seinem Profil sein Heimatland einstellen kann. Bislang wurde dies hauptsächlich dazu genutzt, die „Trending Topics“ zu filtern. Aber ach! Ich konnte da zum Beispiel auch „United States“ anstelle von „Deutschland“ einstellen – und schwupps, sah ich eben deren TTs. An dieser Stelle mal weiter spekuliert, käme man also unweigerlich auf den Gedanken, dass Twitter gesperrte Inhalte eben auch auf diese Art filtern dürfte. Und tatsächlich: Auf Nachfrage von heise online bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens, dass man so verfahre (letzter Absatz in dem Artikel).

Ich sehe dies als ziemlich gelungenen Versuch, gegen Staaten zu trollen, die versuchen, die Meinungsfreiheit zu beschränken. Denn Zensur war, was Twitter bislang tun konnte. Das, was jetzt geschieht, führt in meinen Augen zu einem drastisch erhöhten Maß an Transparenz und gibt betroffenen Nutzern sowie dem Rest der Welt wirklich ein effektives Mittel an die Hand, dass Meinungen nicht mehr so leicht unterdrückt werden können.

Also, kommt mal alle wieder runter. Statt eines Twitter-Blackouts, der Leuten, die Meinungen unterdrücken wollen ja eigentlich nur in die Hände spielt, sollten wir ab jetzt erst Recht twittern, was das Zeug hält.

Wie mache ich meinen Linker wieder glücklich?

Manchmal sitzt man trotz jahrelanger C++-Erfahrung vor so manchem Konstrukt und denkt sich für ein Sekündchen „WTF?!“ – so heute mal wieder geschehen. Ein eigentlich trivialer Linkerfehler hat mich dazu gebracht, mal ein wenig über eine möglichst knappe und mit wenig Aufwand verbundene Lösung nachzudenken.

Aber mal Eins nach dem Anderen: Einer meiner Kollegen ist momentan im Urlaub, hat aber kurz vorher noch einen dicken Batzen Code auf den main-Branch geliefert. Und klar, natürlich würde niemand solche großen Änderungen liefern, wenn er sie nicht zumindest an seinem Rechner erfolgreich kompilieren konnte. Nur: Wenn bleistiftsweise der Microsoft-C++-Compiler ein Statement anstandslos frisst, heißt das noch lange nicht, dass etwa der gcc das täte. Und selbst wenn der Compiler mitspielt, gibt es ja immer noch den Linker, der die weiße Fahne hissen könnte – wie hier geschehen.

Nehmen wir mal folgendes absolut standardkonforme Konstrukt:

class Foo 
{  
public:  
    static const int CONSTANT = 1;  
};

Die Klasse „Foo“ hat also einen konstanten Member namens „CONSTANT“. Das an sich führt nun noch nicht zu einem Linkerfehler. Lustig wird das Ganze erst, wenn man diese Konstante nun wie eine gewöhnliche Variable an eine Funktion übergeben möchte, die gerne eine Referenz als Parameter hätte:

void bar(const int& ref) { … }
bar(Foo::CONSTANT);

Während der Microsoft-Linker hier ohne mit der Wimper zu zucken sein Binary zusammenschnürt, bekam ich – als Stellvertreter des besagten Urlaub habenden Kollegen – nun diverse Meckermails von unserem Continuous-Integration-System (Jenkins im Übrigen), dass der Build unter Linux fehlgeschlagen sei. Und zwar wegen „undefined reference to `Foo::CONSTANT’“. Hmpf. Wobei er ja nicht Unrecht hat, der Linker. Für eine Konstante reserviert der Compiler nun mal keinen Speicher, da kann ich mich noch so auf den Kopf stellen, Foo::CONSTANT kann so nicht als Referenz an bar() übergeben werden.

Klar, das Einfachste wäre jetzt gewesen, den Compiler explizit dazu zu bringen, Speicher anzulegen (was der Microsoft-Compiler wohl implizit macht). Da aber mein Kollege die betroffene (recht leichtgewichtige) Klasse komplett inline im Header angelegt hatte, hätte ich jetzt noch ein extra .cpp-File erzeugen sowie das Skript für CMake anpassen müssen. Zu viel Aufwand wegen so eines Bisschens. Man ist ja nicht umsonst Entwickler geworden, wäre man nicht so bequem veranlagt. 😉

Die zweite Lösung, die dann ohne ein zusätzliches .cpp-File auskäme, wäre ein Typecast. Dabei würde aber die Zeile (oben angeführter Code ist nur ein Beispiel) die Zeichenbegrenzung, die unsere firmeninternen Coding Guidelines für eine Zeile vorsieht, sprengen. Und ein Zeilenumbruch bei einem Funktions- bzw. Methodenaufruf mit nur einem Parameter? Das widerstrebte mir irgendwie.

Schlussendlich geht das Ganze aber auch noch simpler: Durch Hinzufügen eines einzigen Zeichens. Damit sieht der auf beiden Plattformen komplierende und linkende Funktionsaufruf dann so aus:

bar(+Foo::CONSTANT);

Ich musste ja nur den Compiler dazu bringen, dass er mir ein temporäres Objekt im Speicher erzeugt, auf das ich mir dann eine Referenz holen kann. Das passiert wie gesagt bei einem Typecast – aber ganz genauso erledigt dies auch der unäre +-Operator. Das Statement sieht dann zwar auf den ersten Blick wirklich ziemlich „WTF?!“ aus. Aber es macht wie gewünscht auch den Linker glücklich. 😀

Subkultur in der mainfränkischen „Provinz“

Das Thema des „Gothic Friday“ im Dezember ist in gewisser Weise etwas besonderes: Es wurde von den Lesern gewählt. Vorgeschlagen wurde das Gewinnerthema von ASRianerin – sie würde nun gerne wissen, wie es mit der Subkultur bei Jedem vor Ort so aussieht. Wie der geneigte Leser ja vielleicht mitbekommen hat, weile ich schon seit einigen Jahren in Würzburg. Und erstaunlicherweise ist hier, trotz der Tatsache, dass die Stadt mit runden 135.000 Einwohnern jetzt nicht unbedingt groß ist, doch vergleichsweise viel geboten. Zumindest, wenn einem daran gelegen ist, ab und zu mal tanzen zu gehen.

Da wäre zu allererst mal der monatlich stattfindende „Schwarze Freitag“: Immer am 2. Freitag des Monats zieht es da die Schwarze Szene in den Zauberberg. Das ist ein – sogar für Würzburger Verhältnisse – kleiner Club, weswegen es meist recht voll zu sein scheint. Stamm-DJ Sascha bringt meist – überwiegend elektronischen – Schwarzen „Mainstream“. Ergänzt wird er von einem monatlich wechselnden Gast-DJ, der dann auch mal einen Kontrapunkt dazu setzt. Auf dem sogenannten „Gegenpol“, eine eher provisorischen zweiten Minitanzfläche, gibt es dann auch mal die eine oder andere musikalische Überraschung. Bislang bin ich dadurch eigentlich fast immer auf meine Kosten gekommen: Sagte mir das Programm auf der Haupttanzfläche nicht zu, lief auf dem Gegenpol meist Annehmbareres.

Und sollten alle Stricke reißen, so bleibt auch immer noch die Möglichkeit, in den Zaubergarten (der Biergarten des Zauberbergs) oder – während der kälteren Jahreszeit – ins sogenannte „Marrakesch-Zelt“ zu gemütlichen Plauderrunden auszuweichen. Von Zeit zu Zeit hat der Schwarze Freitag übrigens auch mal den Auftritt einer Band zu bieten. Das wirkt zwar ob der beengten Verhältnisse meist recht improvisiert, macht solche Abende aber immer sehr sympathisch.

Falls der Zauberberg zum entsprechenden Termin schon von einer anderen Veranstaltung belegt ist, weicht der Schwarze Freitag ins Tirili aus – das kommt mir dann immer sehr gelegen, denn zu dem Club unter der Stadtmensa habe ich nur etwas über 5 Minuten Fußweg. Dort findet übrigens an jedem 3. Mittwoch im Monat eine weitere schwarze Veranstaltung statt: „Schwarz“. Und obwohl ich nun wirklich nahe dran wohne, habe ich es bisher nur einmal da hin geschafft. So ein Mittwoch ist da leider eher ungünstig, da ich ja doch meist am Donnerstag zumindest halbwegs fit wieder im Büro sitzen muss. Es war aber trotzdem ein angenehmer Abend, insofern sollte ich mich vielleicht doch mal wieder dazu aufraffen. 😉

Alle 2 Monate gibt es dann auch noch die größte schwarze Party, die Würzburg zu bieten hat. Das nächste mal am 24. Februar heißt es dann auf dem Boot wieder „Creatures of the Night“. Da hat mir bislang die Musikauswahl immer zugesagt, insofern bin ich immer da, wenn es sich einrichten lässt. Hier hat man dann auch wirklich zwei vollwertige Tanzflächen. Auf dem oberen Deck – ja, das Boot ist tatsächlich eins 😉 – läuft dann eine angenehme Mischung aus Wave, Synthpop und 80ies sowie gitarrenlastigeren Bands der Neuen Deutschen Härte bis hin zu Mittelalter-Rock. Auf dem unteren Deck geht’s dann eher elektronisch zur Sache.

Wenn mir dann zur Ausnahme mal an Tagen nach tanzen ist, an denen in Würzburg nichts geboten wird, verschlägt es mich gerne auch mal ins „Final Destination“ in Frankfurt oder in den „Cult“ in Nürnberg – dort dann meist zur „Grey Area“, denn die Mischung aus Wave und Industrial, die dort geboten wird, hat mir bislang auch immer sehr zugesagt.

Die Überschrift bezieht sich im Übrigen darauf, dass die Stadtmarketingagentur Würzburgs eine Zeit lang mit dem Slogan „Provinz auf Weltniveau“ versuchte, Werbung für die Stadt zu machen. Ja, manchmal fühlt es sich hier wirklich ein wenig an, wie in der tiefsten Provinz, aber die immerhin 3 regelmäßigen Veranstaltungen von und für die schwarze Szene können sich durchaus sehen lassen.

Nachtrag vom 1. September: Der noch Anfang des Jahres recht regelmäßig scheinende Veranstaltungskalender für Würzburg ist etwas turbulenter geworden.

Never touch a running system

Alte Informatikerbinsenweisheit. Natürlich sind Informatiker ja quasi ununterbrochen dabei, irgendwelche laufenden Systeme anzupassen. Es sei denn natürlich, sie entwerfen gerade Systeme von Grund auf neu. Aber selbst dann: Einmal in Betrieb genommen, ist Wartung und somit weitere Anpassung notwendig. Und was die Wartung angeht, ist irgendwann mal der Punkt erreicht, an dem man einfach mal die Schnauze voll hat und dann doch wieder alles umkrempelt. 😉

So kürzlich geschehen mit dem Netzwerk bei meinen Eltern. Da werkelte seit 2003 ein Windows-Server-System lustig vor sich hin. Und fraß eine gehörige Menge Strom. Und nervte allmählich mit zunehmenden Systemabstürzen – vermutlich war die schon damals nicht ganz taufrische Hardware einfach in die Jahre gekommen. Außerdem trieb mich die unzuverlässige Backup-Software bald an den Rand des Wahnsinns, weil die sich alle Nase lang verschluckte und ein fummeliges Neuanlegen des Backup-Jobs nötig machte.

Klein Karlchen stellte also diverse Überlegungen an: Schnellere und zuverlässigere Hardware muss her. Sie sollte aber genügsam im Stromverbrauch sein. Zudem sollte das Backup der Homelaufwerke zuverlässig funktionieren. Da ich jetzt ja doch schon bald 3 1/2 Jahre überwiegend einen Mac nutze, gingen weitere Überlegungen in die Richtung, das W2k3-System gegen einen Mac mini mit OSX Lion Server auszutauschen. Das Kistchen frisst im Leerlauf ja nur um die 10 Watt – müsste also ganze 10 Stunden laufen, um genauso viel Strom verbraucht zu haben, wie der alte Server in nur einer einzigen Stunde. Tjaha, das Argument zog bei meinen Eltern. Zudem war auch eine komplette Domäne inklusive servergespeicherter Benutzerprofile im Gegensatz zu damals nicht mehr nötig, so dass Lion (das im Gegensatz zu Snow Leopard Server ja nicht mehr als Domaincontroller fungieren kann) auch ausreichen sollte.

Erster Start der Server-App

Erster Start der Server-App

Nach einigem Hin-und-Her war es dann vorletztes Wochenende soweit: Ich konnte die Umstellung in Angriff nehmen. Frohen Mutes ging ich ans Werk; grundlegende Einstellungen waren – obwohl ich, getreu besagter Binsenweisheit, mein MacBook immer noch nicht von Snow Leopard auf Lion upgegradet habe – wie von Mac OS gewohnt, ratzfatz erledigt. Etwaiges Gejammer über irgendwelche Seltsamkeiten von Lion konnte ich so weit mal nicht nachvollziehen. Dann blieb ja nur noch, mal eben schnell (Harhar!) die Server-App zu kaufen und einzurichten. Wenn das auch so Apple-typisch butterweich über die Bühne ginge, wäre das Einrichten des neuen Servers an einem Abend geschafft – so dachte ich zumindest, ich Naivchen.

Nachdem die Server-App schon beim ersten Start und der grundlegenden Konfiguration der Dienste erst mal einen Fehlerbericht gen Cupertino schicken wollte, bekam meine Euphorie schon einen ersten Dämpfer. Aber nun gut, nobody’s perfect, und solange so ein Absturz nicht im laufenden Betrieb geschieht, ist ja so weit noch alles in Butter.

Hilfreiche Hilfe ist hilfreich

Aber weiter im Text: Die App startete dann doch irgendwann und präsentierte mir eine Liste zu konfigurierender Dienste, wie bleistiftsweise Dateiserver, Mailserver, Webserver… Allein: Die grundlegenden Dinge, die ich zuallererst mal einstellen wollte, blieben mir verwehrt. Keine Konfiguration für DHCP und DNS und dergleichen. Die Hilfe gab sich ungewohnt microsoftsch und verriet mir, dass ich doch bitte darauf achten solle, dass der Server im DNS korrekt eingetragen ist. Im Übrigen sogar mit einem Link zum Thema DNS-Server – der dann auch eher microsofttypisch ins Leere führte. Ein wenig Resignation machte sich breit.

Verzagen stand allerdings definitiv nicht auf dem Programm, also was tun? Das Internet™ befragen! Und siehe da: Für diese Zwecke gibt es die Server-Admin-App, die separat von den Apple-Support-Seiten heruntergeladen werden muss. Ja nee, is’ klar. An dieser Stelle blickte ich mich verstohlen nach der verstecken Kamera um. Das war jetzt nicht wirklich Apples Ernst, oder? Immerhin: Nach der Installation der Server-Admin-App ging dann die weitere Einrichtung recht reibungslos von statten, wenn man mal über diverse weitere Seltsamkeiten auf Apples Supportseiten hinwegsieht.

Unbeschreibliche Fehlermeldung ist unbeschreiblich

Unbeschreibliche Fehlermeldung ist unbeschreiblich

Den nächsten Brüller lieferte sich dann in der Tat – und wie eigentlich von vornherein erwartet – Microsoft. Damit die Familie die noch im Netz vorhandenen Windows-Rechner weiterhin wie gewohnt nutzen konnte, mussten natürlich die bis dato als Domainuser angelegten Benutzerkonten jeweils am gewünschten PC lokal angelegt werden. Dazu galt es natürlich, die lokalen Admin-User zu reaktivieren… Der Screenshot spricht mal wieder Bände – ebenso die Kuhle im Schreibtisch an der Stelle, an der mein Kopf diverse Male auftraf.

Nachdem diese Hürde genommen war, rechnete ich mit weiterem Ärger beim Klonen der Benutzereinstellungen. Zwar bietet Windows hierzu eine wenn auch reichlich versteckte aber trotzdem simple Funktion: Altes Benutzerprofil auswählen, „Kopieren nach…“ anklicken, Zielverzeichnis und neuen Usernamen angeben und warten. Der Kopiervorgang geht dann völlig ohne Fortschrittsbalken von statten. Der einzige Indikator, dass es geklappt hat, ist das Verschwinden des Dialogfensters. Bleibt es dagegen stehen während im Gegenzug der Mauscursor aber wieder zum gewohnten Pfeil wird, ist es schiefgegangen. Eindeutiges Benutzerfeedback for the win!

Klappte diese Übung am PC meiner Mutter noch reibungslos, so machte mir am Laptop meines Vaters der Standby-Modus erst mal einen Strich durch die Rechnung. *hüst* Nun ja. Man kann ja auch nicht an alles denken. Also zweiter Versuch mit abgeschalteten Energiesparoptionen. Aber da spielte Windows nun nicht mehr mit: Ohne einen Neustart ließ sich das Profil nicht kopieren. Aber immerhin klappte es dann. Die härteste Nuss war dann der PC meines Bruders. Diverse Versuche, sein Userprofil zu klonen, schlugen allesamt fehl. Nun half Windows ja auch tatkräftig mit, dass ich mir noch mehr meiner eh nur noch sparsam vorhandenen Haare raufen durfte. Wie gesagt: Keine Fehlermeldung, kein gar nix.

Schlussendlich half dann der Versuch, einfach mal manuell sämtliche Verzeichnisse umzuziehen. Hier motzte dann der Windows-Explorer beim Versuch, Dateien des SecuROM-Kopierschutzes zu kopieren. Und siehe da: Kaum war der entfernt, klappte auch das ordnungsgemäße Kopieren des Benutzerprofils über die von Microsoft vorgesehene Weise. Die Windows-Domäne konnte also endgültig aufgelöst werden. Kinners, was ein Akt.

Ist Gothic (m)ein Lebensstil?

Uff, da warten Shan Dark und Robert ja in diesem Monat wieder mit einem richtig schweren Thema für den Gothic Friday auf. Sie stellen die Frage, ob denn „Gothic“ (d)ein Lebensstil sei. Was ja nun irgendwie dann zwei Fragen sind, nur eben geschickt als eine einzige verpackt. Wobei das für mich jetzt noch eine dritte Frage aufwirft: Wo fange ich da bloß an?

Unterscheidet sich denn mein „Lebensstil“ so sehr vom Gros der Bevölkerung? Ich gehe 40 Stunden in der Woche arbeiten, ab und zu mal ins Kino, ab und zu auch mal tanzen oder auf Konzerte. Und wenn es sich irgendwie machen lässt, verbringe ich Zeit mit guten Freunden. Klingt jetzt nicht unbedingt besonders „goth“, oder? Zumindest wäre dies das Ergebnis, wenn man sich meinen Lebensstil nur ganz oberflächlich anschaut. Da das aber schon genug Leute tun, muss ich selbst das ja nicht auch noch machen. 😉

Im Unterschied zum Durchschnittsbürger allerdings renne ich fast ausschließlich in schwarzen Klamotten durch die Gegend. Im Büro besteht mein Outfit meist aus Band- oder Festival-T-Shirt sowie schwarzer Jeans. Es kommt aber auch mal vor, dass ich dezent mit Ringen besetzte Hosen an habe. In meiner Freizeit ziehe ich dann durchaus auch mal Kleidung an, die ich überwiegend auch zum Weggehen anziehe – inklusive bspw. New Rock Boots. Da ernte ich dann schon mal den ein oder anderen seltsamen Blick, aber das lasse ich an mir abprallen.

Aber warum gerade schwarz? Zum Einen habe ich festgestellt, dass ich mich in schwarzer Kleidung am wohlsten fühle – auch wenn ich da keine Erklärung für habe, wieso das so ist. Vielleicht, weil es komplett schwarze Kleidung einem leicht macht, sich aus der meist bunten Masse abzuheben und zu zeigen, dass man ein Individuum ist. Zum Anderen hat das aber auch einen gewissen Symbolwert: Schwarz bietet für mich einen Kontrast zur immer bunteren Werbewelt, in der wir zu leben scheinen. Außerdem wird es im europäischen Kulturkreis ja als Trauerfarbe angesehen. Insofern stellt es auch einen Kontrast zur „Spaßgesellschaft“ dar: Es ist eben nicht in jeder Sekunde des Lebens alles gut und schön und supertoll. Allzu häufig jedoch wird nach meinem Empfinden dazu geneigt, die Schattenseiten des Lebens beiseite zu schieben und ihnen keine Beachtung zu schenken. Aber ist das wirklich die richtige Art und Weise, damit umzugehen?

Wenn ich mal mies drauf bin, dann ist  das eben so – das könnte man also als (Teil meiner) Lebenseinstellung auffassen. Da kann dann sonst wer kommen und mir ein „Lach doch mal“ an den Kopf werfen. Es gehört für mich zum Leben dazu, dass man eben auch mal schlecht gelaunt ist. In solchen Situationen ziehe ich mich dann entweder zurück und lese, höre Musik oder schreibe gar etwas. Von Zeit zu Zeit gehe ich dann auch einfach mal spazieren: Am Mainufer Würzburgs in der Abenddämmerung, kurz bevor es richtig dunkel wird, lässt es sich sehr gut spazieren gehen und den eigenen Gedanken nachhängen.

Was im Übrigen die Musik angeht, dürfte der geneigte wiederkehrende Leser dieses Blogs ja schon mitbekommen haben, dass sie mir sehr wichtig ist. Gerade die Musik der Schwarzen Szene ist meinem Empfinden nach wesentlich tiefgründiger und nachdenklicher, als der Großteil dessen, was man sonst so serviert bekommt. Und ein nachdenklicher Mensch bin ich schon immer gewesen.

Aber macht das alles in Summe jetzt einen „Lebensstil“ aus? Und ist dieser als „Gothic“ zu bezeichnen? Ehrlich gesagt: Es ist mir eigentlich fast egal, solange ich als Individuum respektiert werde, so wie ich bin. Das allerdings ist unter Leuten, die sich selbst als Gothic bezeichnen würden, bislang am ehesten der Fall gewesen.

Parallele Schattenwelten

Ich habe ja letztens schon davon geschwärmt, was heutzutage so alles mit einem Mobiltelefon möglich ist. Was die kleinen Kisten an Hardware in sich tragen, wäre einem vor noch gar nicht allzu langer Zeit noch beinahe wie Magie vorgekommen. Womit ich quasi auch schon beim Thema bin: Die Magie kehrt in diese Welt zurück. Also, nun natürlich nicht real, aber man kann sein Smartphone ja zum Spiegel in eine Parallelwelt machen, in der genau das der Fall ist.

Ein Blick aus dem Bürogebäude in die Welt von Shadow Cities

Ein Blick aus dem Bürogebäude in die Welt von Shadow Cities

Wie? Nun, nichts leichter als das: „Location based MMORPG“ ist in diesem Fall das Zauberwort. Im Speziellen rede ich von „Shadow Cities“ – dieses Spiel für iOS hat mich die letzten beiden Tage ganz schön im Griff gehabt. Wenn ich nämlich mit Hilfe dieses Spiels einen Blick aus dem Büro werfe, sieht das in etwa so aus, wie auf dem Screenshot da links. Zu sehen ist dort eines der Gateways, durch die magische Energie in diese Welt tröpfelt. Nebendran stehen zwei sogenannte „Dominators“, die diese Energie anzapfen können.

Im Untergrund gut zu erkennen ist die Karte, auf der sich das Ganze abspielt: Der Würzburger Stadtteil Grombühl. Die Verteilung der Gateways scheint sich im Übrigen danach zu richten, wo in der Map markante Punkte – zum Beispiel eben Mittelpunkte von Stadtteilen – sind. Aber auch auf der Würzburger Festung Marienberg bspw. findet sich so ein Gateway. Die Karte entstammt dem Open Street Map-Projekt.

Das niedliche, rote Kerlchen im Vordergrund ist ein Geist (Spirit), derer da doch einige durch die Welt schweben. Diese gilt es zu jagen, um Erfahrungspunkte sowie mehr magische Energie zu sammeln. Allerdings sollte man dazu genug Mana übrig haben – der blaue Halbkreis unten links verrät mir, dass ich vermutlich nicht genug Mana habe, um diesen roten Geist dort erjagen zu können. Diese herumschwirrenden Wesenheiten lassen einen zwar grundsätzlich in Ruhe. Greift man sie aber an, wehren sie sich auch – und dann geht meine Gesundheit (der rote Halbkreis) aber mal ganz schnell flöten.

Ein Besuch in New York City

Ein Besuch in New York City

Mal abgesehen davon, dass jeder Treffer, den man einsteckt, das Zurückzaubern erschwert, denn den Treffer spürt man deutlich. Jedenfalls lassen sich die nötigen magischen Runen nicht so leicht auf den Touchscreen malen, wenn einem das Telefon in der Hand herumvibriert – Force Feedback, anyone? 😉 Und hat man selbst genug Treffer eingesteckt, geht’s erstmal für Pi mal Daumen eine Minute in die Verbannung.

Um nun von mehr Gateways Energie anzuzapfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Erste wäre da die, die den Location-Based-Teil so richtig ausnutzt:
Man geht einfach mal mit seinem Handy spazieren, bis man an ein Gateway kommt. Allzu nerdig sieht man dabei wahrscheinlich gar nicht aus, es stiefelt ja eh schon die halbe Gesellschaft aufs Mobiltelefon starrend durch die Weltgeschichte. 😀

Die andere Variante ist das „Warpen“: Das geht zum einen zu allen Dingen im Spiel, die zum eigenen Team gehören – also andere Mitspieler, Dominatoren, Gateways unter Kontrolle des eigenen Teams – oder zum Beispiel zu Beacons. Diese Leuchtfeuer ermöglichen einem dann aber auch, die große weite Welt zu erkunden. Also zumindest die Welt von Shadow Cities. So ist dann etwa auch mal ein schneller Ausflug nach Feierabend zum Broadway drin.

Apropos Teams: Derer gibt es da zwei. Einerseits die grünen „Animators“ und die orangenen „Architects“ andererseits. Und als Mitglied einer der beiden Fraktionen ringt man dann um die Vorherrschaft in der Welt.

Bislang ein ziemlich interessantes und fesselndes Spielkonzept. Und es bringt mich sogar dazu, jetzt nochmal aus dem Haus zu gehen – vorhin haben so ein paar Architects hier in Würzburg rumrandaliert und meine mühsam erbauten Dominators hinweggefegt. Drum muss ich mich jetzt auf die Suche nach dem nächsten Gateway machen, um da neue zu errichten.