no need of sun to light the way…

Kurioses

Impressionen aus Fernost

Kinners, was war das für eine Woche – anstrengend, spannend, produktiv, voller neuer Eindrücke und mit wenig Schlaf. Seitdem die Firma, bei der ich angestellt bin, von einem US-Konzern übernommen wurde, werde ich hier gefühlt zum Weltreisenden. 😉 Wer meine Tweets verfolgt, hat es ja sicher mitbekommen: Klein Karlchen war nämlich auf Dienstreise in Taipeh.

Vor dem Hinflug graute es mir ein wenig, muss ich gestehen. Ich fliege zwar eigentlich ganz gerne, aber über 12 Stunden in so einer Blechbüchse mit wenig Bewegung… Puh. Das war jetzt nicht unbedingt das, was ich als angenehmen Zeitvertreib für einen Sonnabend bezeichnen würde. Zudem waren wir mit China Airlines unterwegs, deren Unfallstatistik auch eher bescheiden aussieht. Perfekte Voraussetzungen, um sich ein bisschen Flugangst zu machen. 😀

Der Flug war aber recht schnell überstanden und so kamen wir am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr Ortszeit nach einer viel zu kurzen Nacht in der „Republic of China“ an, wie Taiwan offiziell heißt. Schon die Autofahrt vom Taiwan Taoyuan International Airport zum Hotel vermittelte uns einen ersten Eindruck, wie es verkehrstechnisch denn aussieht auf der Insel im südchinesischen Meer. Offenbar haben die Taiwaner ein Faible für Brücken. Überall schienen Pfeiler förmlich aus dem Boden heraus und dann nach links und rechts weiter zu wachsen, um sich dann zu neuen Hochstraßen oder Bahntrassen zu verbinden.

Typisches Bild auf Taipehs Straßen: Motorroller

Typisches Bild auf Taipehs Straßen: Motorroller

Nach einem kurzen Frühstück im Hotel ging es dann auch gleich mit den Kollegen unserer Taiwanischen Niederlassung auf Testfahrt. Da wurde dann auch schnell klar, wieso neue Straßen überwiegend Hochstraßen sind: Es geht einfach alles verdammt eng zu in Taipeh. Insofern ist ein Großteil der Einwohner statt mit dem Auto auch eher mit dem Motorroller unterwegs. Scharen von Motorrollern, die sich zwischen den an den gefühlt tausenden von Ampeln im Stau steckenden Autos hindurchschlängeln sind so das prägende Bild für den Verkehr in der Taiwanischen Hauptstadt – ein irres Gewusel!

Blick vom Taipei 101 nach Südwesten

Umso mehr drängt sich dann auch der Eindruck einer typischen Stadt aus Sim City auf, wenn man von der Besucher-Etage des Taipei 101 im 89. Stock hinunterblickt. Überhaupt wirkt Taipeh von oben wie eine Spielzeugstadt: Der Wuselfaktor des dichten Verkehrs sowie die von Süden bis Nordosten ins Stadtgebiet hineinreichenden Ausläufer der sich über die gesamte Insel erstreckenden Bergkette tragen sehr dazu bei.

Auch das Essen während der Woche war immer ein Erlebnis. Die Kollegen führten uns in diverse Restaurants in der Stadt, so dass wir die Vorzüge der chinesischen Küche aber auch den japanischen Küche kennen lernen konnten. Ein kulinarisches Erlebnis – und ich glaube, ich hab dann auch mal den Dreh raus, wie man mit Stäbchen isst. 😉 Ein Punkt, an den ich vor unserer Reise überhaupt nicht gedacht habe. Zwar waren die Servicekräfte in den Restaurants dann immer sofort mit Messer und Gabel zur Stelle, aber so einfach wollte ich es mir dann doch nicht machen.

Überhaupt sind die Taiwaner ein durch und durch hilfsbereiter und freundlicher Menschenschlag. Und selbst wenn dann die Verständigung auf Englisch nicht so ganz klappte, versucht man’s eben mit Händen und Füßen. Fazit: Taiwan entpuppte sich für mich als faszinierendes und spannendes Land. So war es richtig schade, dass wir nicht die Zeit hatten, mehr von Taipeh zu sehen. Aber mal schauen, vielleicht verschlägt es mich ja im Rahmen des laufenden Projekts noch mal in den Fernen Osten. Schön wäre es jedenfalls. 🙂

Noch ein paar weitere Eindrücke:

Fahrt zum Taipei 101

Im dichten Verkehr auf dem Weg zum Taipei 101. Nettes Detail am Rande (rechts im Bild): Taipehs Ampeln haben einen Countdown

Winter in Taipeh

Winter in Taipeh: Sonnenschein bei 25°C im Schatten, an der Station „Huzhou“ der Taipei Metro

Köche bei der Arbeit

Köche in einem Restaurant im „Food Court“ des Taipei 101 rollen Teig für Xiǎolóngbāo

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Wie mache ich meinen Linker wieder glücklich?

Manchmal sitzt man trotz jahrelanger C++-Erfahrung vor so manchem Konstrukt und denkt sich für ein Sekündchen „WTF?!“ – so heute mal wieder geschehen. Ein eigentlich trivialer Linkerfehler hat mich dazu gebracht, mal ein wenig über eine möglichst knappe und mit wenig Aufwand verbundene Lösung nachzudenken.

Aber mal Eins nach dem Anderen: Einer meiner Kollegen ist momentan im Urlaub, hat aber kurz vorher noch einen dicken Batzen Code auf den main-Branch geliefert. Und klar, natürlich würde niemand solche großen Änderungen liefern, wenn er sie nicht zumindest an seinem Rechner erfolgreich kompilieren konnte. Nur: Wenn bleistiftsweise der Microsoft-C++-Compiler ein Statement anstandslos frisst, heißt das noch lange nicht, dass etwa der gcc das täte. Und selbst wenn der Compiler mitspielt, gibt es ja immer noch den Linker, der die weiße Fahne hissen könnte – wie hier geschehen.

Nehmen wir mal folgendes absolut standardkonforme Konstrukt:

class Foo 
{  
public:  
    static const int CONSTANT = 1;  
};

Die Klasse „Foo“ hat also einen konstanten Member namens „CONSTANT“. Das an sich führt nun noch nicht zu einem Linkerfehler. Lustig wird das Ganze erst, wenn man diese Konstante nun wie eine gewöhnliche Variable an eine Funktion übergeben möchte, die gerne eine Referenz als Parameter hätte:

void bar(const int& ref) { … }
bar(Foo::CONSTANT);

Während der Microsoft-Linker hier ohne mit der Wimper zu zucken sein Binary zusammenschnürt, bekam ich – als Stellvertreter des besagten Urlaub habenden Kollegen – nun diverse Meckermails von unserem Continuous-Integration-System (Jenkins im Übrigen), dass der Build unter Linux fehlgeschlagen sei. Und zwar wegen „undefined reference to `Foo::CONSTANT’“. Hmpf. Wobei er ja nicht Unrecht hat, der Linker. Für eine Konstante reserviert der Compiler nun mal keinen Speicher, da kann ich mich noch so auf den Kopf stellen, Foo::CONSTANT kann so nicht als Referenz an bar() übergeben werden.

Klar, das Einfachste wäre jetzt gewesen, den Compiler explizit dazu zu bringen, Speicher anzulegen (was der Microsoft-Compiler wohl implizit macht). Da aber mein Kollege die betroffene (recht leichtgewichtige) Klasse komplett inline im Header angelegt hatte, hätte ich jetzt noch ein extra .cpp-File erzeugen sowie das Skript für CMake anpassen müssen. Zu viel Aufwand wegen so eines Bisschens. Man ist ja nicht umsonst Entwickler geworden, wäre man nicht so bequem veranlagt. 😉

Die zweite Lösung, die dann ohne ein zusätzliches .cpp-File auskäme, wäre ein Typecast. Dabei würde aber die Zeile (oben angeführter Code ist nur ein Beispiel) die Zeichenbegrenzung, die unsere firmeninternen Coding Guidelines für eine Zeile vorsieht, sprengen. Und ein Zeilenumbruch bei einem Funktions- bzw. Methodenaufruf mit nur einem Parameter? Das widerstrebte mir irgendwie.

Schlussendlich geht das Ganze aber auch noch simpler: Durch Hinzufügen eines einzigen Zeichens. Damit sieht der auf beiden Plattformen komplierende und linkende Funktionsaufruf dann so aus:

bar(+Foo::CONSTANT);

Ich musste ja nur den Compiler dazu bringen, dass er mir ein temporäres Objekt im Speicher erzeugt, auf das ich mir dann eine Referenz holen kann. Das passiert wie gesagt bei einem Typecast – aber ganz genauso erledigt dies auch der unäre +-Operator. Das Statement sieht dann zwar auf den ersten Blick wirklich ziemlich „WTF?!“ aus. Aber es macht wie gewünscht auch den Linker glücklich. 😀


Never touch a running system

Alte Informatikerbinsenweisheit. Natürlich sind Informatiker ja quasi ununterbrochen dabei, irgendwelche laufenden Systeme anzupassen. Es sei denn natürlich, sie entwerfen gerade Systeme von Grund auf neu. Aber selbst dann: Einmal in Betrieb genommen, ist Wartung und somit weitere Anpassung notwendig. Und was die Wartung angeht, ist irgendwann mal der Punkt erreicht, an dem man einfach mal die Schnauze voll hat und dann doch wieder alles umkrempelt. 😉

So kürzlich geschehen mit dem Netzwerk bei meinen Eltern. Da werkelte seit 2003 ein Windows-Server-System lustig vor sich hin. Und fraß eine gehörige Menge Strom. Und nervte allmählich mit zunehmenden Systemabstürzen – vermutlich war die schon damals nicht ganz taufrische Hardware einfach in die Jahre gekommen. Außerdem trieb mich die unzuverlässige Backup-Software bald an den Rand des Wahnsinns, weil die sich alle Nase lang verschluckte und ein fummeliges Neuanlegen des Backup-Jobs nötig machte.

Klein Karlchen stellte also diverse Überlegungen an: Schnellere und zuverlässigere Hardware muss her. Sie sollte aber genügsam im Stromverbrauch sein. Zudem sollte das Backup der Homelaufwerke zuverlässig funktionieren. Da ich jetzt ja doch schon bald 3 1/2 Jahre überwiegend einen Mac nutze, gingen weitere Überlegungen in die Richtung, das W2k3-System gegen einen Mac mini mit OSX Lion Server auszutauschen. Das Kistchen frisst im Leerlauf ja nur um die 10 Watt – müsste also ganze 10 Stunden laufen, um genauso viel Strom verbraucht zu haben, wie der alte Server in nur einer einzigen Stunde. Tjaha, das Argument zog bei meinen Eltern. Zudem war auch eine komplette Domäne inklusive servergespeicherter Benutzerprofile im Gegensatz zu damals nicht mehr nötig, so dass Lion (das im Gegensatz zu Snow Leopard Server ja nicht mehr als Domaincontroller fungieren kann) auch ausreichen sollte.

Erster Start der Server-App

Erster Start der Server-App

Nach einigem Hin-und-Her war es dann vorletztes Wochenende soweit: Ich konnte die Umstellung in Angriff nehmen. Frohen Mutes ging ich ans Werk; grundlegende Einstellungen waren – obwohl ich, getreu besagter Binsenweisheit, mein MacBook immer noch nicht von Snow Leopard auf Lion upgegradet habe – wie von Mac OS gewohnt, ratzfatz erledigt. Etwaiges Gejammer über irgendwelche Seltsamkeiten von Lion konnte ich so weit mal nicht nachvollziehen. Dann blieb ja nur noch, mal eben schnell (Harhar!) die Server-App zu kaufen und einzurichten. Wenn das auch so Apple-typisch butterweich über die Bühne ginge, wäre das Einrichten des neuen Servers an einem Abend geschafft – so dachte ich zumindest, ich Naivchen.

Nachdem die Server-App schon beim ersten Start und der grundlegenden Konfiguration der Dienste erst mal einen Fehlerbericht gen Cupertino schicken wollte, bekam meine Euphorie schon einen ersten Dämpfer. Aber nun gut, nobody’s perfect, und solange so ein Absturz nicht im laufenden Betrieb geschieht, ist ja so weit noch alles in Butter.

Hilfreiche Hilfe ist hilfreich

Aber weiter im Text: Die App startete dann doch irgendwann und präsentierte mir eine Liste zu konfigurierender Dienste, wie bleistiftsweise Dateiserver, Mailserver, Webserver… Allein: Die grundlegenden Dinge, die ich zuallererst mal einstellen wollte, blieben mir verwehrt. Keine Konfiguration für DHCP und DNS und dergleichen. Die Hilfe gab sich ungewohnt microsoftsch und verriet mir, dass ich doch bitte darauf achten solle, dass der Server im DNS korrekt eingetragen ist. Im Übrigen sogar mit einem Link zum Thema DNS-Server – der dann auch eher microsofttypisch ins Leere führte. Ein wenig Resignation machte sich breit.

Verzagen stand allerdings definitiv nicht auf dem Programm, also was tun? Das Internet™ befragen! Und siehe da: Für diese Zwecke gibt es die Server-Admin-App, die separat von den Apple-Support-Seiten heruntergeladen werden muss. Ja nee, is’ klar. An dieser Stelle blickte ich mich verstohlen nach der verstecken Kamera um. Das war jetzt nicht wirklich Apples Ernst, oder? Immerhin: Nach der Installation der Server-Admin-App ging dann die weitere Einrichtung recht reibungslos von statten, wenn man mal über diverse weitere Seltsamkeiten auf Apples Supportseiten hinwegsieht.

Unbeschreibliche Fehlermeldung ist unbeschreiblich

Unbeschreibliche Fehlermeldung ist unbeschreiblich

Den nächsten Brüller lieferte sich dann in der Tat – und wie eigentlich von vornherein erwartet – Microsoft. Damit die Familie die noch im Netz vorhandenen Windows-Rechner weiterhin wie gewohnt nutzen konnte, mussten natürlich die bis dato als Domainuser angelegten Benutzerkonten jeweils am gewünschten PC lokal angelegt werden. Dazu galt es natürlich, die lokalen Admin-User zu reaktivieren… Der Screenshot spricht mal wieder Bände – ebenso die Kuhle im Schreibtisch an der Stelle, an der mein Kopf diverse Male auftraf.

Nachdem diese Hürde genommen war, rechnete ich mit weiterem Ärger beim Klonen der Benutzereinstellungen. Zwar bietet Windows hierzu eine wenn auch reichlich versteckte aber trotzdem simple Funktion: Altes Benutzerprofil auswählen, „Kopieren nach…“ anklicken, Zielverzeichnis und neuen Usernamen angeben und warten. Der Kopiervorgang geht dann völlig ohne Fortschrittsbalken von statten. Der einzige Indikator, dass es geklappt hat, ist das Verschwinden des Dialogfensters. Bleibt es dagegen stehen während im Gegenzug der Mauscursor aber wieder zum gewohnten Pfeil wird, ist es schiefgegangen. Eindeutiges Benutzerfeedback for the win!

Klappte diese Übung am PC meiner Mutter noch reibungslos, so machte mir am Laptop meines Vaters der Standby-Modus erst mal einen Strich durch die Rechnung. *hüst* Nun ja. Man kann ja auch nicht an alles denken. Also zweiter Versuch mit abgeschalteten Energiesparoptionen. Aber da spielte Windows nun nicht mehr mit: Ohne einen Neustart ließ sich das Profil nicht kopieren. Aber immerhin klappte es dann. Die härteste Nuss war dann der PC meines Bruders. Diverse Versuche, sein Userprofil zu klonen, schlugen allesamt fehl. Nun half Windows ja auch tatkräftig mit, dass ich mir noch mehr meiner eh nur noch sparsam vorhandenen Haare raufen durfte. Wie gesagt: Keine Fehlermeldung, kein gar nix.

Schlussendlich half dann der Versuch, einfach mal manuell sämtliche Verzeichnisse umzuziehen. Hier motzte dann der Windows-Explorer beim Versuch, Dateien des SecuROM-Kopierschutzes zu kopieren. Und siehe da: Kaum war der entfernt, klappte auch das ordnungsgemäße Kopieren des Benutzerprofils über die von Microsoft vorgesehene Weise. Die Windows-Domäne konnte also endgültig aufgelöst werden. Kinners, was ein Akt.


Parallele Schattenwelten

Ich habe ja letztens schon davon geschwärmt, was heutzutage so alles mit einem Mobiltelefon möglich ist. Was die kleinen Kisten an Hardware in sich tragen, wäre einem vor noch gar nicht allzu langer Zeit noch beinahe wie Magie vorgekommen. Womit ich quasi auch schon beim Thema bin: Die Magie kehrt in diese Welt zurück. Also, nun natürlich nicht real, aber man kann sein Smartphone ja zum Spiegel in eine Parallelwelt machen, in der genau das der Fall ist.

Ein Blick aus dem Bürogebäude in die Welt von Shadow Cities

Ein Blick aus dem Bürogebäude in die Welt von Shadow Cities

Wie? Nun, nichts leichter als das: „Location based MMORPG“ ist in diesem Fall das Zauberwort. Im Speziellen rede ich von „Shadow Cities“ – dieses Spiel für iOS hat mich die letzten beiden Tage ganz schön im Griff gehabt. Wenn ich nämlich mit Hilfe dieses Spiels einen Blick aus dem Büro werfe, sieht das in etwa so aus, wie auf dem Screenshot da links. Zu sehen ist dort eines der Gateways, durch die magische Energie in diese Welt tröpfelt. Nebendran stehen zwei sogenannte „Dominators“, die diese Energie anzapfen können.

Im Untergrund gut zu erkennen ist die Karte, auf der sich das Ganze abspielt: Der Würzburger Stadtteil Grombühl. Die Verteilung der Gateways scheint sich im Übrigen danach zu richten, wo in der Map markante Punkte – zum Beispiel eben Mittelpunkte von Stadtteilen – sind. Aber auch auf der Würzburger Festung Marienberg bspw. findet sich so ein Gateway. Die Karte entstammt dem Open Street Map-Projekt.

Das niedliche, rote Kerlchen im Vordergrund ist ein Geist (Spirit), derer da doch einige durch die Welt schweben. Diese gilt es zu jagen, um Erfahrungspunkte sowie mehr magische Energie zu sammeln. Allerdings sollte man dazu genug Mana übrig haben – der blaue Halbkreis unten links verrät mir, dass ich vermutlich nicht genug Mana habe, um diesen roten Geist dort erjagen zu können. Diese herumschwirrenden Wesenheiten lassen einen zwar grundsätzlich in Ruhe. Greift man sie aber an, wehren sie sich auch – und dann geht meine Gesundheit (der rote Halbkreis) aber mal ganz schnell flöten.

Ein Besuch in New York City

Ein Besuch in New York City

Mal abgesehen davon, dass jeder Treffer, den man einsteckt, das Zurückzaubern erschwert, denn den Treffer spürt man deutlich. Jedenfalls lassen sich die nötigen magischen Runen nicht so leicht auf den Touchscreen malen, wenn einem das Telefon in der Hand herumvibriert – Force Feedback, anyone? 😉 Und hat man selbst genug Treffer eingesteckt, geht’s erstmal für Pi mal Daumen eine Minute in die Verbannung.

Um nun von mehr Gateways Energie anzuzapfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Erste wäre da die, die den Location-Based-Teil so richtig ausnutzt:
Man geht einfach mal mit seinem Handy spazieren, bis man an ein Gateway kommt. Allzu nerdig sieht man dabei wahrscheinlich gar nicht aus, es stiefelt ja eh schon die halbe Gesellschaft aufs Mobiltelefon starrend durch die Weltgeschichte. 😀

Die andere Variante ist das „Warpen“: Das geht zum einen zu allen Dingen im Spiel, die zum eigenen Team gehören – also andere Mitspieler, Dominatoren, Gateways unter Kontrolle des eigenen Teams – oder zum Beispiel zu Beacons. Diese Leuchtfeuer ermöglichen einem dann aber auch, die große weite Welt zu erkunden. Also zumindest die Welt von Shadow Cities. So ist dann etwa auch mal ein schneller Ausflug nach Feierabend zum Broadway drin.

Apropos Teams: Derer gibt es da zwei. Einerseits die grünen „Animators“ und die orangenen „Architects“ andererseits. Und als Mitglied einer der beiden Fraktionen ringt man dann um die Vorherrschaft in der Welt.

Bislang ein ziemlich interessantes und fesselndes Spielkonzept. Und es bringt mich sogar dazu, jetzt nochmal aus dem Haus zu gehen – vorhin haben so ein paar Architects hier in Würzburg rumrandaliert und meine mühsam erbauten Dominators hinweggefegt. Drum muss ich mich jetzt auf die Suche nach dem nächsten Gateway machen, um da neue zu errichten.


„Du kommst hier net rein!“

Da hat Google ja einen Mordshype ausgelöst mit der Ankündigung ihres Dienstes „Google+“. Nun bin ich ja eigentlich nicht unbedingt jemand, der jedem Trend hinterher hechelt. Allerdings hat mich das Konzept, wie dort Statusmeldungen und andere Inhalte, die man so reinzustellen gedenkt, durchaus interessiert. Bei jedem Post muss man explizit auswählen, wer ihn zu sehen bekommt. Sehr interessant dabei sind auch die „Circles“, in die man seine Kontakte schieben kann. So soll sich – wie im Real Life™ – zum Beispiel zwischen Arbeitskollegen, Freunden, Familie etc. unterscheiden lassen. Da erzählt man ja auch nicht jedem alles.

Kurzum: Ich hatte durchaus Lust, das mal auszuprobieren und mir dementsprechend schon mal einen Google-Account angelegt – mit einer eigens zu diesem Zwecke angelegten Mailadresse. Die obligatorische Verifikationsmail, die man so beim Anlegen irgendwelcher Accounts bekommt, kam an und schwuppdiwupp, hatte ich einen Google-Account. Fehlte jetzt nur noch eine Einladung zu Google+, um während der derzeit laufenden geschlossenen Testphase überhaupt reinzukommen.

Die bekam ich zwar auch, trotzdem ließ Google die Leute auch mit Einladung wohl nur stoßweise rein. Weiterhin bekam ich die Meldung, dass sich Google+ derzeit in einer frühen Testphase befinde. Aber nun wurde es lustig: Als ich wieder mal zu hören bekam, dass gerade wieder Leute reingelassen werden, versuchte ich es erneut. Allerdings diesmal von unterwegs per iPhone. Beim Versuch, mich in meinen Google-Account einzuloggen, erklärte mir die Website aber, dass ich meinen Account nochmal verifizieren müsse und das nicht über die mobile Version der Seite ginge. Tolle Wurst.

Also zu Hause dann ein erneuter Versuch: Ich möge doch bitte meine Handynummer angeben, damit man mir eine SMS mit einem Code zu Bestätigung meiner Identität schicken könne. Oookaaayyy… wollte ich wirklich Google meine Handynummer in den Rachen werfen? Also mal die Privacy Policy und Terms of Service und hastenichgesehn gewälzt. Hmnja, sie geben aufgarkeinenFallnienicht Daten an andere weiter. Und so. Und ich wollte ja Google+ ausprobieren. Unbedingt. Da musste ich wohl in den sauren Apfel beißen und meinen Account per SMS nochmals verifizieren.

Das klappte soweit auch, allerdings verkündete mir die Google+-Seite natürlich weiterhin, dass man sich in einer frühen Testphase befinde usw. Hmpf. So langsam fing ich an, die Nase voll zu haben. Also wieder abwarten, bis mir zu Ohren kam, dass sich mal wieder Leute anmelden konnten. Dann wieder in meinen Google-Account eingeloggt… also, zumindest hätte ich das gern getan. Aber Google verkündete mir, dass der Account deaktiviert sei. Öhm… bitte? Zwei Mal durfte ich bestätigen, dass es mich gibt und die glauben das immer noch nicht? Also mal den entsprechenden Hilfelink angeklickt. Der verkündete mir:

Google behält sich das Recht vor,

  • den Zugriff eines Google-Nutzers auf ein bestimmtes Produkt oder auf das gesamte Google-Kontensystem zu sperren, wenn eine Verletzung der Nutzungsbedingungen von Google oder produktspezifischen Richtlinien vorliegt.
  • Ihr Konto jederzeit ohne Ankündigung und ohne Angabe von Gründen aufzulösen.

Tolle Wurst. Was hatte ich denn mit dem Account groß gemacht? Mich eingeloggt, versucht bei Google+ anzumelden, dort die Meldung über die laufende Testphase bekommen, mich wieder ausgeloggt. Das Ganze sporadisch über ein paar Tage lang, ja, aber habe ich damit gegen irgendwelche Nutzungsbedingungen verstoßen? Soweit ich diese überblicke: Nö. Also muss wohl der zweite Punkt zutreffen: Sie haben mein Konto ohne Grund deaktiviert.

Mal ganz abgesehen davon, dass mir Google+ damit gestohlen bleiben kann, gibt das aber natürlich zu denken: Man stelle sich vor, ich hätte diesen Account schon länger genutzt, bspw. in Verbindung mit Google Mail. An die Mails käme ich nun ja nicht mehr dran. Und wenn man den Gedanken jetzt mal weiterspinnt: Gerade ist die „Cloud“ ja in aller Munde. Klingt ja auch toll: Man lädt alle seine Daten zu einem Anbieter hoch und kommt von überall dran – sofern einem der Account nicht ohne Grund gesperrt wird. Dann haste deine Daten aber gesehen. Und was lernen wir daraus? Nix, was man nicht eh schon gewusst hätte: Leg’ deine Daten bloß nicht alle in die Hand eines Anbieters. Am besten gibt man sie gar nicht aus der Hand.

Update, 16. Juli 2011:

Die ennomane schreibt, dass ihr Profil kurzzeitig gesperrt war – mutmaßlicher Grund ist wohl die Verwendung eines Pseudonyms statt des realen Namens. Dann wird das wohl bei mir der Grund gewesen sein, warum Google mich quasi sofort ausgesperrt hat. Tjoah, in dem Fall will ich erst Recht nicht mehr. Sicherlich ließe sich immer noch leicht mein Name herausfinden, nichtsdestotrotz ist es einfach irgendwo ein Grundpfeiler des Internets, unter einem Pseudonym unterwegs sein zu können. Und im WWW bin ich nun mal der_Karl, basta.


Musik nervt

Ein Gedanke, von dem ich eigentlich nicht erwartet hätte, dass ich ihn mal haben könnte, kam mir die Tage: Musik nervt. Zumindest bestimmte Musik. Eventuell auch jede Art von Musik. Also, so auf Dauer. Ich war ja vergangene Woche mit meiner Familie im Urlaub und damit zwangsläufig länger andauernder Beschallung durch gemeinen Dudelfunk ausgesetzt, als dies für gewöhnlich der Fall ist. Zum Einen natürlich bei der mehrstündigen Autofahrt hinauf an die Ostsee, des weiteren aber auch unter der Woche, wenn mein Vater in der Ferienwohnung das Radio anstellte.

Das war die ersten zwei Tage noch ganz nett, da doch einige Liedchen liefen, die durchaus ins Ohr gingen. Muss ja auch, sonst schaltet der genervte Hörer schneller ab, als den Programmchefs lieb sein dürfte. Was ich dann allerdings im Laufe der Woche immer mehr feststellte, war, dass Lieder, die mir anfangs noch halbwegs gefielen, anfingen, mir auf den Keks zu gehen. Was insofern bemerkenswert ist, wenn man sich mal meine last.fm-Statistiken anguckt: Da sind ja nun nicht wenige Songs dabei, die ich teilweise deutlich mehr als 100 Mal gehört habe.

Gibt’s also eine Schmerzgrenze, wie oft in einem bestimmten Zeitraum man (oder ich jetzt so im Speziellen) ein bestimmtes Lied gehört haben darf/kann/muss, bevor es anfängt zu nerven? Nehmen wir doch mal… hmm… Platz 9 meiner laut last.fm meistgehörten Lieder. „Dreamer“ von abrasions habe ich also am 30. November 2009 zuerst gehört, was mittlerweile 82 Wochen her ist. Und in der Zeit habe ich das Lied ganze 156 Mal gehört – oder zumindest gescrobbelt, was aber eigentlich der tatsächlichen Zahl entsprechen dürfte, da ich fast ausschließlich scrobblebare (welch Wortschöpfung!) Musikwiedergabe betreibe.

Also gut, ein paar Mal werde ich das Stück auch direkt von CD gehört haben, schlagen wir also noch 8 Mal drauf, dann rechnet sich’s leichter: Im Schnitt also 2 Mal die Woche habe ich dieses Lied gehört. Und trotzdem liebe ich es immer noch so sehr, wie beim allerersten Hören. Nun wurde ich aber natürlich vergangene Woche vom Dudelfunkfrontalangriff deutlich häufiger mit so manchem Stück beschallt, als nur 2 Mal. Würde mir also meine heißgeliebte Musiksammlung auch zu den Ohren herauskommen, wenn ich sie deutlich öfter mit deutlich stärkerer Wiederholrate anhörte?


Jäger und Sammler

Man hat es ja nicht einfach als Musikjäger- und -sammler. Insbesondere wenn man, wie in meinem Fall, manche Bands erst spät kennengelernt hat. Richtig kompliziert wird es dann, wenn man eine Band so dermaßen geil findet, dass man unbedingt und absolut überhaupt gar alles, was es da so an Veröffentlichungen gab, in sein CD-Regal bekommen will. Als Beispiel sei da mal VNV Nation genannt – eine meiner zwei derzeitigen Leib- und Magenbands, sozusagen. (Nein, ich will die CDs nicht verspeisen, aber da es sich hier um „Lieblingsbands“ handelt und Liebe nun mal auch durch den Magen geht… Ja, ist ja gut, ich werf‘ ja schon ’nen Euro in die Kasse für dämliche Wortspielereien.)

Seit es vor vier Jahren bei mir so volle Kanne „Klick!“ gemacht hat, was VNV betrifft, habe ich mich so nach und nach durch deren komplette Diskografie gebuddelt – nur, um feststellen zu müssen, dass es da so ein paar Veröffentlichungen gab, an die mittlerweile nur äußerst schwer heranzukommen ist. Allen voran sei da mal die „Standing/Burning Empires“ genannt, die auf insgesamt 4.700 Stück limitiert ist. Im ersten Moment dachte ich: ‚Wer zum Geier kommt denn auf die bescheuerte Idee, eine Single in einer limitierten Auflage herauszubringen?!‘

Auf 4.700 Stück limitiert

„Standing/Burning Empires“ originalverschweißt

Dann allerdings hatte ich einen last.fm-Stream laufen und hörte da relativ kurz hintereinander „Saviour (Vox)“ sowie „Legion (Janus)“. Das waren beides Versionen von Stücken, die auf dem grandiosen Album „Empires“ zu hören waren. Und diese alternativen Versionen rissen mich gehörig vom Hocker! Die Erkenntnis, dass es also eine fabelhafte Idee sein kann, eine limitierte Edition einer Single herauszubringen, strafte mich also mal wieder Lügen. Der berühmte „Haben-will!“-Effekt setzte ein.

Schnell war klar, dass ich hier eine größere Menge Geld™ investieren müssen würde. Die Preise bei diversen eBay-Auktionen schwankten immer so um die 50€, erreichten aber durchaus auch Gebote von bis zu 80€. Nach kurzem Ringen mit mir selbst, setzte ich meine Schmerzgrenze auf die 50€ fest – und jagte dem seltenen Stück dann bald zweieinhalb Jahre nach. Und damit jagte auch ein Tiefschlag den nächsten. Entweder liefen die Auktionen zu Zeiten ab, zu denen ein normalsterbliches Karlchen absolut nicht an den Rechner kam, um mitbieten zu können, oder aber die Gebote schaukelten sich weit über meine Schmerzgrenze auf.

Fast wollte ich es schon aufgeben, das gute Stück noch irgendwie zu ergattern. Bis ich dann vor knapp 1 1/2 Wochen doch nochmal mit einer schon an Fatalismus grenzenden Haltung bei einer Auktion mitbot, völlig ohne die Hoffnung, hier noch Glück zu haben. Aber es kommt ja dann erstens irgendwie doch immer anders, als man zweitens denkt, und zack! Ich hatte sie ersteigert. Nach zweieinhalb Jahren Jagd. Originalverpackt. Zu einem Schnäppchenpreis. Zeit also, endlich mal Horrorvisionen zu bekommen, was denn nun noch alles schiefgehen konnte. Der Verkäufer sackt die Kohle ein und schickt nix raus. Oder aber die CD kommt nicht bei mir an. Oder sie ist in einem erbärmlichen Zustand. Oder, oder, oder.

Und dann trudelte sie doch allen Ernstes pünktlich zu meinem Burzeltach ein, war in der Tat jungfräulich noch originalverschweißt und verpasste meiner Nase nach dem Öffnen (Jahaa, ich habe sie frevelhafter Weise von ihrer Verpackung befreit!) die unvergleichliche Chemiekeule, die Druckfarbe so mit sich bringt. Welch wunderbarer Duft! Welch erhebendes Gefühl, die erste Disc in den Player zu schieben! Welch Freude, die Lautsprecher voll aufzudrehen und die Lieder endlich in höchster Qualität genießen zu dürfen! *triumphier* *tirilier* *hachmach* *komplett-am-Rad-dreh*

*hüstel* Aber die Jagd geht weiter, die Urinstinkte des Menschen wollen schließlich befriedigt werden. Nächstes Ziel ist dann das Debütalbum von VNV Nation. Wobei es da auch die überarbeitete Auflage tut. Insbesondere, da für das Original von 1995 zum Teil wirkliche Mondpreise aufgerufen werden. Was? Schreit da jemand, 50€ für ’ne CD sei schon astronomisch? Ha! Von wegen, es geht weitaus schlimmer:

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