no need of sun to light the way…

Das große Chaos des Lebens

Tweetrospektive 2012 (2)

Und weiter geht’s mit der zweiten Jahreshälfte.

Juli

Die Firma veranstaltet mal wieder ein Sommerfest…


…und jagt mich schon wieder in die Weltgeschichte.

Von diesem Trip mitgebrachte Souvenirs stehen aber immer noch unabgeholt hier. *mit-dem-Zaunpfahl-gen-Leipzig-wink*

August

Der August war mir mal wieder zu warm, insofern habe ich ihn weitestgehend verdrängt. 😉


September

Überschattet von einem einzelnen Ereignis: Ein lieb gewonnener Mensch entschloss sich, zu gehen.


Du fehlst sehr.

Oktober

Endlich Urlaub – mit meinem Schatz geht’s erst in den Pott…


…und dann mitten in der Hochsaison an die Ostsee.

Der Urlaub tat aber auch Not, denn für den Rest des Jahres wurde es auf Arbeit zunehmend stressiger, da ein großer Kunde mit Auftrag „drohte“.

November

Neue EP von ASP…


…sowie die alljährliche Tour im Herbst.


Außerdem mit guten Freunden die ersten Weihnachtsplätzchen (und artverwandtes) gebacken.

Dezember

Der Winter kam pünktlich in diesem Jahr.


Ansonsten eher allgemeine Weltuntergangshysterie. Man konnte machen, was man wollte, nicht mal im Büro konnte man sich dem entziehen.

Zum Jahresende musste ich dann aber noch einmal Energie tanken…

…und das geht nirgends besser, als bei einem VNV-Nation-Konzert.


Tweetrospektive 2012 (1)

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu. Ein persönlicher Jahresrückblick in Tweets.

Januar

Neujahr beim hyp3r-fux.

Februar

Eisiger Winter. Es war sogar so kalt, dass ich zum „Superschwarzen Mannheim“ im „MS Connexion“ beim Tanzen meinen Mantel anbehielt. (Für gewöhnlich ist es brütend heiß in dem Laden.)


Dagegen entpuppte sich Taipeh im Winter als optimales Reiseziel…

…nur rauchende Bienen müssen in taiwanischen Hotels die Treppe nehmen.

März/April

Nachdem in der WG wieder ein Zimmer frei wurde, mein verbliebener Mitbewohner und ich aber keine Lust mehr auf anstrengende Mitbewohnersuche hatten, wurde es zum Wohnzimmer umfunktioniert.


Ein gutes Augenmaß war dabei hilfreich.

Geocaching mit guten Freunden war dann am Kar(l)freitag auch mal wieder angesagt.

Mai

Deutlich mehr als 30 Stufen mussten erklommen werden, …


…um das äußerlich nicht als solches zu erkennende griechische Restaurant „Alt Hall“ in Schwäbisch Hall zu erreichen.

Juni

Tweetbot hielt die Timeline fußballfrei.


Das Blackfield Festival war mal wieder wettertechnisch zweigeteilt. Am Samstag Sonne…

…am Sonntag dann eher düster und kühl mit Regen.

Auch ging es noch mal nach Berlin, um einen guten Freund zu besuchen.

Das zweite Halbjahr folgt dann morgen.


2. September

Hey Frank,

der rationale Teil von mir weiß, dass du dies hier nicht mehr lesen kannst. Allerdings gibt es da auch noch den Teil, der noch nicht wirklich begreifen kann, was vor drei Tagen passiert ist. Darum schreibe ich nun diese Zeilen, um mich von dir zu verabschieden – vielleicht wird dann auch dem Teil von mir, der es nicht wahr haben will, bewusst, dass dies ein Abschied für immer ist.

Du hast es uns aber auch nicht leicht gemacht, weißt du? Zunächst war da noch die vage Hoffnung, dass du vielleicht keinen Erfolg gehabt hattest mit deinem Vorhaben, hieß es doch am Sonntagabend noch, du seist schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Doch als ich – zum Glück erst nach Feierabend! – den Tweet von Grete_o_Grete in meiner Timeline las, wehte es dieses fragile Fetzchen Hoffnung mit einem heftigen Windstoß davon. Wenn du wenigstens den Rechner runtergefahren hättest… Ich weiß, das klingt zynisch, aber dass du in ICQ und Skype noch online erschienst, lediglich mit dem Status „away“, das war nicht weniger zynisch. Wie ich dich kenne, war das vielleicht sogar Absicht. Und die Musik spielte auch noch weiter; dein last.fm-Profil füllte sich munter weiter.

Das hat dann so einige Leute auf Twitter zu den wildesten Verschwörungstheorien veranlasst. Wie die Geier haben sie sich drauf gestürzt und allen, die wirklich um dich trauerten, blinde Naivität bescheinigt. Schließlich sind wir hier ja im Internet!!11^einseinsdrölf!! Wer da auch nur irgendwas glaubt, muss ja bescheuert sein. Ich kann mir deine Reaktion gut vorstellen, hättest du diesen Unsinn lesen können: Wie krank die Menschen doch alle sind, hättest du mal wieder festgestellt, wie zerstört diese Gesellschaft. Schlussendlich waren solche Leute mit ein Grund, weswegen du es hier nicht mehr ausgehalten hast.

Ich hätte daraufhin vermutlich erwidert: „Lass doch die Spinner ihre Verschwörungstheorien erfinden. Schau lieber, wie vielen Menschen es gerade wirklich zu Herzen geht, was geschehen ist. Wie viele Menschen dich geschätzt haben, und sei es nur über Twitter!“ Keine Ahnung, ob du mir da zugehört hättest, ob du die Augen aufgemacht hättest, um wirklich so genau hinzusehen. Vielleicht aber konntest du auf Grund deiner Krankheit wirklich nicht erkennen, wie vielen Menschen du doch etwas bedeutet hast, vielleicht wolltest du es auch einfach nicht sehen.

Im Nachhinein frage ich mich eh, ob du nicht die ganze Zeit nur eine Fassade gezeigt hast, selbst mir als Freund, vielleicht sogar selbst deinem besten Freund und gar deiner Schwester. Immerhin hast du ja oft genug betont, dass die Menschen sich eh alle auf irgendeine Art und Weise hinter einer Fassade verstecken. Ich konnte dir da nie widersprechen, ich selbst lasse ja Fremde nur ungern an mich heran. Andererseits denke ich dann an die vielen Male, an denen du mir deine Seele ausgeschüttet hattest und ich geduldig zuhörte, versuchte, dich zu trösten, dir Hilfe anzubieten.

Zuletzt dachte ich ja wirklich, du hättest dich gefangen, du hättest deinen Lebenswillen wiedergefunden. Zum Einen lag dein letzter Suizidversuch nun schon mehr als drei Jahre zurück, zum anderen hattest du dir, auch auf das Drängen von mir und, soweit ich dich verstanden habe, deiner Schwester, endlich professionelle Hilfe gesucht. Und offenbar hattest du da auch endlich einen Arzt gefunden, der dich wirklich zu verstehen schien, mit dem du offen reden konntest. Was ja zuvor nie der Fall gewesen war, wie du sagtest, weswegen du ja der Meinung warst, dass dir eh nie jemand helfen können würde.

Und dann? Dann ging es die letzten Wochen doch bergab. Ich hatte durchaus bemerkt, dass es dir mal wieder schlecht ging. Aber wie schlecht wirklich, das hast du diesmal gut versteckt. Ich frage mich die ganze Zeit, ob ich nicht misstrauischer hätte sein sollen. Aber du sagtest, es liege an der Arbeit, dort würden dich alle nur noch ankotzen und du würdest deinen Urlaub nutzen, dir eine andere Stelle zu suchen. Überhaupt hattest du den Urlaub nötig, sagtest du, danach ginge es dir sicher besser.

Ich weiß, vermutlich hätte ich zum Schluss wirklich nichts mehr tun können, aber dennoch quält mich die Frage, wieso ich nicht erkannt habe, wo das hinführt. Der Alkohol, der war immer im Spiel, wenn du eine Dummheit gemacht hast. Und die Tage stieg dein Alkoholkonsum ja doch stark, wie ich fand. Dann war da noch das Löschen deines Twitteraccounts und der Neubeginn dort. Du sagtest, das ginge so schneller, ungewollte Follower auszusortieren. Klang plausibel – und vermutlich war es sogar mit ein Grund. Aber ich hätte misstrauisch werden sollen, auch dies war bisher jedes Mal so.

Dass du ab und zu sagtest, dass du nicht glaubtest, deinen 30. Geburtstag zu erleben, erscheint mir im Nachhinein auch eher wie ein nicht Wollen. Vielleicht interpretiere ich da ja auch völlig über, aber es würde zu deinem gerne mal zynischen Humor passen. Und ich kann mir nicht helfen, aber im immer noch abebbenden Schock scheinen diese Sätze von dir wie ein Puzzle zusammenzupassen. Nach dem Urlaub ginge es dir besser, sagtest du. Keine 30 würdest du werden, glaubtest du.

Dann kam der 2.9. und du gehst einfach so, noch 29-jährig, davon. Erzähl mir nicht, dass du dir das nicht exakt so ausgedacht hattest. Eine Ohrfeige hättest du verdient, ganz ehrlich. Aber auch die werde ich dir nicht verpassen können – ganz abgesehen davon, dass ich das eh nicht gekonnt hätte. Genauso wenig, wie ich am Sonntag zum Telefon greifen konnte, um dich von deiner letzten großen Dummheit abzuhalten; um die Rettungsdienste zu verständigen – zu geschockt war ich in dem Moment der Erkenntnis, zu gelähmt. Und das macht es für mich noch schwerer, dass ich als der Freund, der ich dir über die letzten gut vier Jahre geworden bin, zu nichts mehr in der Lage war.

So lässt du uns alle hier nun mit tausend Fragen zurück, vielen Hätte, Wäre, Wenns. Aber ich wäre kein Freund, wenn ich nicht unter allen diesen nagenden Fragen auch die Hoffnung hätte, dass du vielleicht endlich Frieden gefunden hast. Den Frieden, den du hier so vergeblich gesucht hattest. Ich kann, nach allem, was du mir erzählt hast, sicherlich deine Gründe verstehen. Was ich aber wohl nie verstehen werde können, sind die Konsequenzen, die du aus allem zogst.

Ach ja, und, Frank? Du fragtest bei einer Gelegenheit mal, wer denn schon um dich weinen würde, woraufhin ich dir sagte, dass ich es sicherlich täte. Und du kennst mich: Wenn ich etwas verspreche, dann halte ich das. Gerade rollen mir schon wieder die Tränen über die Wangen…

g.8, Fux, ich werde dich nicht vergessen.

Frank war ein liebenswerter Mensch, wie ich finde, trotz all seiner Probleme. Er ist mir in der kurzen Zeit, die ich ihn kennen durfte, sehr ans Herz gewachsen. Mein tiefster Dank gilt all denen, die handelten, die in dem Moment noch alles Menschenmögliche versuchten, wo ich in meinem Schock nicht mehr handeln konnte. Es tut mir leid, dass es trotzdem vergebens war.


Subkulturelle Unregelmäßigkeiten

Es kommt ja doch erstens immer anders als man zweitens denkt – wie das Leben eben so spielt. Oder Murphy mit seinen Gesetzen. Oder irgendein ein beliebiger anderer Sündenbock, der seinen Kopf herhalten mag. So schrieb ich noch im Januar im Rahmen des Gothic Friday davon, dass Würzburg als vergleichsweise kleine Großstadt gleich drei regelmäßige schwarze Veranstaltungen zu bieten habe. Und schawupps, hatte es sich dann auch schon wieder mit der schönen Regelmäßigkeit.

Im März fand der letzte regelmäßige Termin des Schwarzen Freitags statt; seitdem gab es ihn nur noch einmal im August. Gründe für diese Änderung gibt es wohl einige, im Forum des Schwarzen Würzburgs wurde auch ausgiebiger darüber diskutiert. Schade nur, dass sich wohl bislang keine anderen Örtlichkeiten gefunden haben, die eine solche Veranstaltung beherbergen möchten. Zumindest gehe ich momentan mal davon aus, da besagter einziger Schwarzer Freitag seit März auch wieder im Zauberberg stattfand. Immerhin ist der Schwarze Freitag damit nicht ganz aus der Welt, wird aber wohl vorerst ein seltenes Vergnügen bleiben.

Die Creatures of the Night finden auch nicht mehr so regelmäßig statt, wie es noch Anfang des Jahres schien. Immerhin aber hat sich die Zahl der Termine nicht verringert; es scheint da wohl eher zu Kollisionen mit anderen Veranstaltungen zu kommen, bzw. kam wohl seitens der Veranstalter etwas dazwischen. Dafür gibt es diesen Herbst dann gleich zwei aufeinander folgende Monate (nämlich Oktober und November), an denen die Kreaturen der Nacht auf dem Boot auf ihre Kosten kommen.

Immerhin das Tirili! bleibt wohl vorerst noch regelmäßig jeden 3. Mittwoch im Monat Schwarz! – und diesen Monat gibt es sogar noch einen zweiten Termin am Samstag davor. Vielleicht sollte ich mir einfach angewöhnen, unter der Woche wegzugehen. Hätte eh Vorteile, wenn ich dann am Tag darauf erst später im Büro wäre – ich könnte abends länger die Kollegen in den USA nerven. 😀

Insgesamt bleibt aber die schwarze Veranstaltungslandschaft in Würzburg vergleichsweise vielfältig. Und die Unregelmäßigkeiten, die sich im Laufe des Jahres eingeschlichen haben, müssen nicht mal schlecht sein: Frei nach dem Motto „you never know what you have until you lose it“ weiß der Würzburger Schwarzkittel diese Veranstaltungsvielfalt ja vielleicht eher zu schätzen, wenn es eben nicht immer nach Schema F geht.


Zensur!!^11einseinself!

Ein Aufschrei ging gestern früh durch die Medienlandschaft. Von Zensur war die Rede, das Ende der Meinungsfreiheit wurde gar heraufbeschworen (zum Bleistift auf Spiegel Online). Oh mein Bob! Wir werden alle sterben!!^11einseinsdrölfundrölfzig!! Der Gipfel war dann das „#TwitterBlackout“ Hash-Tag, unter dem dazu aufgerufen wurde, am heutigen Samstag komplett auf die Twitternutzung zu verzichten. Damit würde man denen ja schon zeigen, wo der Hammer hängt, jawollja!

Doch was war geschehen? Bislang war es so, dass Twitter auf staatliche Forderungen hin, bestimmte Aussagen und Inhalte zu entfernen dermaßen reagierte, dass betreffende Tweets gelöscht wurden. Und löschen bedeutete in dem Fall, dass eben jene Tweets absolut und unwiederbringlich weg waren und von niemandem mehr gelesen werden konnten. In einem Blogeintrag kündigte das Unternehmen nun an, künftig einen anderen Mechanismus zu verwenden, um in bestimmten Ländern unerwünschte Inhalte zu blockieren. Wohlbemerkt, nur in bestimmten Ländern.

Der Satz in besagtem Blogeintrag ging aber tatsächlich noch weiter; hieß es doch da: „[…] while keeping it available in the rest of the world.“ Blockierte Inhalte werden also nur noch in dem Land nicht zu sehen sein, das die Sperre angeordnet hat. Offenbar war da bei den meisten Lesern aber die Aufmerksamkeitsspanne schon erschöpft. Bei mir ging stattdessen das Hirn an. Denn wenn man mal den bisherigen Status Quo mit dem nun neuen Zustand vergleicht, stellt das doch wohl eine deutliche Verbesserung dar. Anstatt Tweets weltweit für jeden komplett zu löschen, bleiben sie nun für den Rest der Welt erhalten. Und mehr noch: User in dem Land, in dem ein Tweet blockiert ist, werden sogar explizit darauf hingewiesen, dass hier gerade gesperrte Inhalte an ihnen vorbeirauschen.

Wer sich bei Twitter mal auch ein bisschen mit den Konfigurationsmöglichkeiten vertraut gemacht hat, weiß, dass man in seinem Profil sein Heimatland einstellen kann. Bislang wurde dies hauptsächlich dazu genutzt, die „Trending Topics“ zu filtern. Aber ach! Ich konnte da zum Beispiel auch „United States“ anstelle von „Deutschland“ einstellen – und schwupps, sah ich eben deren TTs. An dieser Stelle mal weiter spekuliert, käme man also unweigerlich auf den Gedanken, dass Twitter gesperrte Inhalte eben auch auf diese Art filtern dürfte. Und tatsächlich: Auf Nachfrage von heise online bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens, dass man so verfahre (letzter Absatz in dem Artikel).

Ich sehe dies als ziemlich gelungenen Versuch, gegen Staaten zu trollen, die versuchen, die Meinungsfreiheit zu beschränken. Denn Zensur war, was Twitter bislang tun konnte. Das, was jetzt geschieht, führt in meinen Augen zu einem drastisch erhöhten Maß an Transparenz und gibt betroffenen Nutzern sowie dem Rest der Welt wirklich ein effektives Mittel an die Hand, dass Meinungen nicht mehr so leicht unterdrückt werden können.

Also, kommt mal alle wieder runter. Statt eines Twitter-Blackouts, der Leuten, die Meinungen unterdrücken wollen ja eigentlich nur in die Hände spielt, sollten wir ab jetzt erst Recht twittern, was das Zeug hält.


Ist Gothic (m)ein Lebensstil?

Uff, da warten Shan Dark und Robert ja in diesem Monat wieder mit einem richtig schweren Thema für den Gothic Friday auf. Sie stellen die Frage, ob denn „Gothic“ (d)ein Lebensstil sei. Was ja nun irgendwie dann zwei Fragen sind, nur eben geschickt als eine einzige verpackt. Wobei das für mich jetzt noch eine dritte Frage aufwirft: Wo fange ich da bloß an?

Unterscheidet sich denn mein „Lebensstil“ so sehr vom Gros der Bevölkerung? Ich gehe 40 Stunden in der Woche arbeiten, ab und zu mal ins Kino, ab und zu auch mal tanzen oder auf Konzerte. Und wenn es sich irgendwie machen lässt, verbringe ich Zeit mit guten Freunden. Klingt jetzt nicht unbedingt besonders „goth“, oder? Zumindest wäre dies das Ergebnis, wenn man sich meinen Lebensstil nur ganz oberflächlich anschaut. Da das aber schon genug Leute tun, muss ich selbst das ja nicht auch noch machen. 😉

Im Unterschied zum Durchschnittsbürger allerdings renne ich fast ausschließlich in schwarzen Klamotten durch die Gegend. Im Büro besteht mein Outfit meist aus Band- oder Festival-T-Shirt sowie schwarzer Jeans. Es kommt aber auch mal vor, dass ich dezent mit Ringen besetzte Hosen an habe. In meiner Freizeit ziehe ich dann durchaus auch mal Kleidung an, die ich überwiegend auch zum Weggehen anziehe – inklusive bspw. New Rock Boots. Da ernte ich dann schon mal den ein oder anderen seltsamen Blick, aber das lasse ich an mir abprallen.

Aber warum gerade schwarz? Zum Einen habe ich festgestellt, dass ich mich in schwarzer Kleidung am wohlsten fühle – auch wenn ich da keine Erklärung für habe, wieso das so ist. Vielleicht, weil es komplett schwarze Kleidung einem leicht macht, sich aus der meist bunten Masse abzuheben und zu zeigen, dass man ein Individuum ist. Zum Anderen hat das aber auch einen gewissen Symbolwert: Schwarz bietet für mich einen Kontrast zur immer bunteren Werbewelt, in der wir zu leben scheinen. Außerdem wird es im europäischen Kulturkreis ja als Trauerfarbe angesehen. Insofern stellt es auch einen Kontrast zur „Spaßgesellschaft“ dar: Es ist eben nicht in jeder Sekunde des Lebens alles gut und schön und supertoll. Allzu häufig jedoch wird nach meinem Empfinden dazu geneigt, die Schattenseiten des Lebens beiseite zu schieben und ihnen keine Beachtung zu schenken. Aber ist das wirklich die richtige Art und Weise, damit umzugehen?

Wenn ich mal mies drauf bin, dann ist  das eben so – das könnte man also als (Teil meiner) Lebenseinstellung auffassen. Da kann dann sonst wer kommen und mir ein „Lach doch mal“ an den Kopf werfen. Es gehört für mich zum Leben dazu, dass man eben auch mal schlecht gelaunt ist. In solchen Situationen ziehe ich mich dann entweder zurück und lese, höre Musik oder schreibe gar etwas. Von Zeit zu Zeit gehe ich dann auch einfach mal spazieren: Am Mainufer Würzburgs in der Abenddämmerung, kurz bevor es richtig dunkel wird, lässt es sich sehr gut spazieren gehen und den eigenen Gedanken nachhängen.

Was im Übrigen die Musik angeht, dürfte der geneigte wiederkehrende Leser dieses Blogs ja schon mitbekommen haben, dass sie mir sehr wichtig ist. Gerade die Musik der Schwarzen Szene ist meinem Empfinden nach wesentlich tiefgründiger und nachdenklicher, als der Großteil dessen, was man sonst so serviert bekommt. Und ein nachdenklicher Mensch bin ich schon immer gewesen.

Aber macht das alles in Summe jetzt einen „Lebensstil“ aus? Und ist dieser als „Gothic“ zu bezeichnen? Ehrlich gesagt: Es ist mir eigentlich fast egal, solange ich als Individuum respektiert werde, so wie ich bin. Das allerdings ist unter Leuten, die sich selbst als Gothic bezeichnen würden, bislang am ehesten der Fall gewesen.


Immer dasselbe Theater

Da hat mich die eine meiner zwei derzeitigen Leib- und Magenbands ja gerade wieder vor eine äußerst schwierige Entscheidung gestellt. ASP bringen Ende Mai ihr bisheriges Hauptwerk – also den Schwarzen-Schmetterling-Zyklus – noch einmal in einer neuen Zusammenstellung heraus. Da wird es dann die ersten fünf Alben sowie die dazugehörigen Singles in einem sogenannten „Earbook“ geben.

Schön und gut, nun habe ich aber natürlich eben jene Alben bereits im CD-Regal stehen. Die Singles wiederum fehlen mir aber alle, insofern juckt es mir dann schon in den Fingern – zumal sich das Format von 28×28 Zentimetern sicher gut im Regal machen würde. Und die gesammelten Artworks der Alben dann auf insgesamt 112 Seiten in dieser Größe vor sich sehen zu können, stelle ich mir auch grandios vor.

Um euch mal dran teilhaben zu lassen, wie in etwa solche Entscheidungsprozesse in klein Karlchens Kopf ablaufen, hier mal das Theater, das die metaphorischen Stimmen in meinem Kopf beim Stöbern im ASP-Shop heute morgen aufführten:

 

Kauferwägungen zum „kompletten Schwarzen-Schmetterling-Zyklus” in Karlchens Kopf
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Ein Drama in zwei Szenen

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Ein erster Blick

Vernunft, die mit erhobenem Zeigefinger auf die Bühne stolziert. Musiksucht blickt mit großen Augen aufs Tracklisting. Spannung mischt sich ebenfalls ein. Der Geldbeutel gibt sich unbeteiligt, schaut aber ängstlich aufs Geschehen.

Vernunft: Sieh an, mehr als die Hälfte davon steht ja schon in deinem CD-Regal.
Musiksucht: Aber die unbekannten Remixe und Neuinterpretationen, sind dir die egal?
Vernunft: Denke an den Geldbeutel, der fühlt sich jetzt schon viel zu schmal.
Musiksucht: Oh, und auch noch „The Power Of Love”!
Spannung: Auf diese Interpretation bin ich ja schon ewig gespannt!
Vernunft: Na, aber überleg doch mal – wärst du, meine liebe Spannung, dann nicht endgültig gebannt?

Spannung zieht Musiksucht beleidigt mit sich von der Bühne. Vernunft bleibt triumphierend grinsend im Rampenlicht stehen.

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Ein genauerer Blick auf die Ausstattung

Vernunft wiegt sich überheblich in Sicherheit. Sinn für visuelle Ästhetik betritt die Szene. Musiksucht und Spannung lauern lauschend im Schatten.

Sinn für visuelle Ästhetik: Vernunft, welch Freude, dass du auch einmal wieder hier bist.
Vernunft: Sag, hast du mich vermisst?

Musiksucht beginnt, die „kleine Ballade vom Schwarzen Schmetterling“ zu summen.

Sinn für visuelle Ästhetik: Soll ich ehrlich zu dir sein?
Vernunft: Ach, bei dir zählt doch eh nur der äußere Schein.
Sinn für visuelle Ästhetik: Ganz genau, drum schau: Sämtliches Artwork im Großformat!
Vernunft: Das ist es, worauf ich seit Jahren wart‘.
Sinn für visuelle Ästhetik: Auf ganzen einhundertundzwölf Seiten!
Vernunft: Das lässt mich aber nicht zum Kauf verleiten.

Musiksucht und Spannung eilen dem Sinn für visuelle Ästhetik zur Seite. Die drei nun im Chor.

Chor: Du bist nun aber in der Unterzahl und auf dich allein gestellt!

Vernunft wirft ihren Umhang ab, entpuppt sich als Fanatismus und stellt sich zu den Dreien.

Fanatismus: Also gut, ihr habt ja Recht – es wird bestellt.

Der Geldbeutel wimmert leise.
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ENDE