no need of sun to light the way…

Subkultur in der mainfränkischen „Provinz“

Das Thema des „Gothic Friday“ im Dezember ist in gewisser Weise etwas besonderes: Es wurde von den Lesern gewählt. Vorgeschlagen wurde das Gewinnerthema von ASRianerin – sie würde nun gerne wissen, wie es mit der Subkultur bei Jedem vor Ort so aussieht. Wie der geneigte Leser ja vielleicht mitbekommen hat, weile ich schon seit einigen Jahren in Würzburg. Und erstaunlicherweise ist hier, trotz der Tatsache, dass die Stadt mit runden 135.000 Einwohnern jetzt nicht unbedingt groß ist, doch vergleichsweise viel geboten. Zumindest, wenn einem daran gelegen ist, ab und zu mal tanzen zu gehen.

Da wäre zu allererst mal der monatlich stattfindende „Schwarze Freitag“: Immer am 2. Freitag des Monats zieht es da die Schwarze Szene in den Zauberberg. Das ist ein – sogar für Würzburger Verhältnisse – kleiner Club, weswegen es meist recht voll zu sein scheint. Stamm-DJ Sascha bringt meist – überwiegend elektronischen – Schwarzen „Mainstream“. Ergänzt wird er von einem monatlich wechselnden Gast-DJ, der dann auch mal einen Kontrapunkt dazu setzt. Auf dem sogenannten „Gegenpol“, eine eher provisorischen zweiten Minitanzfläche, gibt es dann auch mal die eine oder andere musikalische Überraschung. Bislang bin ich dadurch eigentlich fast immer auf meine Kosten gekommen: Sagte mir das Programm auf der Haupttanzfläche nicht zu, lief auf dem Gegenpol meist Annehmbareres.

Und sollten alle Stricke reißen, so bleibt auch immer noch die Möglichkeit, in den Zaubergarten (der Biergarten des Zauberbergs) oder – während der kälteren Jahreszeit – ins sogenannte „Marrakesch-Zelt“ zu gemütlichen Plauderrunden auszuweichen. Von Zeit zu Zeit hat der Schwarze Freitag übrigens auch mal den Auftritt einer Band zu bieten. Das wirkt zwar ob der beengten Verhältnisse meist recht improvisiert, macht solche Abende aber immer sehr sympathisch.

Falls der Zauberberg zum entsprechenden Termin schon von einer anderen Veranstaltung belegt ist, weicht der Schwarze Freitag ins Tirili aus – das kommt mir dann immer sehr gelegen, denn zu dem Club unter der Stadtmensa habe ich nur etwas über 5 Minuten Fußweg. Dort findet übrigens an jedem 3. Mittwoch im Monat eine weitere schwarze Veranstaltung statt: „Schwarz“. Und obwohl ich nun wirklich nahe dran wohne, habe ich es bisher nur einmal da hin geschafft. So ein Mittwoch ist da leider eher ungünstig, da ich ja doch meist am Donnerstag zumindest halbwegs fit wieder im Büro sitzen muss. Es war aber trotzdem ein angenehmer Abend, insofern sollte ich mich vielleicht doch mal wieder dazu aufraffen. 😉

Alle 2 Monate gibt es dann auch noch die größte schwarze Party, die Würzburg zu bieten hat. Das nächste mal am 24. Februar heißt es dann auf dem Boot wieder „Creatures of the Night“. Da hat mir bislang die Musikauswahl immer zugesagt, insofern bin ich immer da, wenn es sich einrichten lässt. Hier hat man dann auch wirklich zwei vollwertige Tanzflächen. Auf dem oberen Deck – ja, das Boot ist tatsächlich eins 😉 – läuft dann eine angenehme Mischung aus Wave, Synthpop und 80ies sowie gitarrenlastigeren Bands der Neuen Deutschen Härte bis hin zu Mittelalter-Rock. Auf dem unteren Deck geht’s dann eher elektronisch zur Sache.

Wenn mir dann zur Ausnahme mal an Tagen nach tanzen ist, an denen in Würzburg nichts geboten wird, verschlägt es mich gerne auch mal ins „Final Destination“ in Frankfurt oder in den „Cult“ in Nürnberg – dort dann meist zur „Grey Area“, denn die Mischung aus Wave und Industrial, die dort geboten wird, hat mir bislang auch immer sehr zugesagt.

Die Überschrift bezieht sich im Übrigen darauf, dass die Stadtmarketingagentur Würzburgs eine Zeit lang mit dem Slogan „Provinz auf Weltniveau“ versuchte, Werbung für die Stadt zu machen. Ja, manchmal fühlt es sich hier wirklich ein wenig an, wie in der tiefsten Provinz, aber die immerhin 3 regelmäßigen Veranstaltungen von und für die schwarze Szene können sich durchaus sehen lassen.

Nachtrag vom 1. September: Der noch Anfang des Jahres recht regelmäßig scheinende Veranstaltungskalender für Würzburg ist etwas turbulenter geworden.

Advertisements

Eine Antwort

  1. Pingback: Subkulturelle Unregelmäßigkeiten « karl bloggt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s