no need of sun to light the way…

„Du kommst hier net rein!“

Da hat Google ja einen Mordshype ausgelöst mit der Ankündigung ihres Dienstes „Google+“. Nun bin ich ja eigentlich nicht unbedingt jemand, der jedem Trend hinterher hechelt. Allerdings hat mich das Konzept, wie dort Statusmeldungen und andere Inhalte, die man so reinzustellen gedenkt, durchaus interessiert. Bei jedem Post muss man explizit auswählen, wer ihn zu sehen bekommt. Sehr interessant dabei sind auch die „Circles“, in die man seine Kontakte schieben kann. So soll sich – wie im Real Life™ – zum Beispiel zwischen Arbeitskollegen, Freunden, Familie etc. unterscheiden lassen. Da erzählt man ja auch nicht jedem alles.

Kurzum: Ich hatte durchaus Lust, das mal auszuprobieren und mir dementsprechend schon mal einen Google-Account angelegt – mit einer eigens zu diesem Zwecke angelegten Mailadresse. Die obligatorische Verifikationsmail, die man so beim Anlegen irgendwelcher Accounts bekommt, kam an und schwuppdiwupp, hatte ich einen Google-Account. Fehlte jetzt nur noch eine Einladung zu Google+, um während der derzeit laufenden geschlossenen Testphase überhaupt reinzukommen.

Die bekam ich zwar auch, trotzdem ließ Google die Leute auch mit Einladung wohl nur stoßweise rein. Weiterhin bekam ich die Meldung, dass sich Google+ derzeit in einer frühen Testphase befinde. Aber nun wurde es lustig: Als ich wieder mal zu hören bekam, dass gerade wieder Leute reingelassen werden, versuchte ich es erneut. Allerdings diesmal von unterwegs per iPhone. Beim Versuch, mich in meinen Google-Account einzuloggen, erklärte mir die Website aber, dass ich meinen Account nochmal verifizieren müsse und das nicht über die mobile Version der Seite ginge. Tolle Wurst.

Also zu Hause dann ein erneuter Versuch: Ich möge doch bitte meine Handynummer angeben, damit man mir eine SMS mit einem Code zu Bestätigung meiner Identität schicken könne. Oookaaayyy… wollte ich wirklich Google meine Handynummer in den Rachen werfen? Also mal die Privacy Policy und Terms of Service und hastenichgesehn gewälzt. Hmnja, sie geben aufgarkeinenFallnienicht Daten an andere weiter. Und so. Und ich wollte ja Google+ ausprobieren. Unbedingt. Da musste ich wohl in den sauren Apfel beißen und meinen Account per SMS nochmals verifizieren.

Das klappte soweit auch, allerdings verkündete mir die Google+-Seite natürlich weiterhin, dass man sich in einer frühen Testphase befinde usw. Hmpf. So langsam fing ich an, die Nase voll zu haben. Also wieder abwarten, bis mir zu Ohren kam, dass sich mal wieder Leute anmelden konnten. Dann wieder in meinen Google-Account eingeloggt… also, zumindest hätte ich das gern getan. Aber Google verkündete mir, dass der Account deaktiviert sei. Öhm… bitte? Zwei Mal durfte ich bestätigen, dass es mich gibt und die glauben das immer noch nicht? Also mal den entsprechenden Hilfelink angeklickt. Der verkündete mir:

Google behält sich das Recht vor,

  • den Zugriff eines Google-Nutzers auf ein bestimmtes Produkt oder auf das gesamte Google-Kontensystem zu sperren, wenn eine Verletzung der Nutzungsbedingungen von Google oder produktspezifischen Richtlinien vorliegt.
  • Ihr Konto jederzeit ohne Ankündigung und ohne Angabe von Gründen aufzulösen.

Tolle Wurst. Was hatte ich denn mit dem Account groß gemacht? Mich eingeloggt, versucht bei Google+ anzumelden, dort die Meldung über die laufende Testphase bekommen, mich wieder ausgeloggt. Das Ganze sporadisch über ein paar Tage lang, ja, aber habe ich damit gegen irgendwelche Nutzungsbedingungen verstoßen? Soweit ich diese überblicke: Nö. Also muss wohl der zweite Punkt zutreffen: Sie haben mein Konto ohne Grund deaktiviert.

Mal ganz abgesehen davon, dass mir Google+ damit gestohlen bleiben kann, gibt das aber natürlich zu denken: Man stelle sich vor, ich hätte diesen Account schon länger genutzt, bspw. in Verbindung mit Google Mail. An die Mails käme ich nun ja nicht mehr dran. Und wenn man den Gedanken jetzt mal weiterspinnt: Gerade ist die „Cloud“ ja in aller Munde. Klingt ja auch toll: Man lädt alle seine Daten zu einem Anbieter hoch und kommt von überall dran – sofern einem der Account nicht ohne Grund gesperrt wird. Dann haste deine Daten aber gesehen. Und was lernen wir daraus? Nix, was man nicht eh schon gewusst hätte: Leg’ deine Daten bloß nicht alle in die Hand eines Anbieters. Am besten gibt man sie gar nicht aus der Hand.

Update, 16. Juli 2011:

Die ennomane schreibt, dass ihr Profil kurzzeitig gesperrt war – mutmaßlicher Grund ist wohl die Verwendung eines Pseudonyms statt des realen Namens. Dann wird das wohl bei mir der Grund gewesen sein, warum Google mich quasi sofort ausgesperrt hat. Tjoah, in dem Fall will ich erst Recht nicht mehr. Sicherlich ließe sich immer noch leicht mein Name herausfinden, nichtsdestotrotz ist es einfach irgendwo ein Grundpfeiler des Internets, unter einem Pseudonym unterwegs sein zu können. Und im WWW bin ich nun mal der_Karl, basta.

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