no need of sun to light the way…

Jäger und Sammler

Man hat es ja nicht einfach als Musikjäger- und -sammler. Insbesondere wenn man, wie in meinem Fall, manche Bands erst spät kennengelernt hat. Richtig kompliziert wird es dann, wenn man eine Band so dermaßen geil findet, dass man unbedingt und absolut überhaupt gar alles, was es da so an Veröffentlichungen gab, in sein CD-Regal bekommen will. Als Beispiel sei da mal VNV Nation genannt – eine meiner zwei derzeitigen Leib- und Magenbands, sozusagen. (Nein, ich will die CDs nicht verspeisen, aber da es sich hier um „Lieblingsbands“ handelt und Liebe nun mal auch durch den Magen geht… Ja, ist ja gut, ich werf‘ ja schon ’nen Euro in die Kasse für dämliche Wortspielereien.)

Seit es vor vier Jahren bei mir so volle Kanne „Klick!“ gemacht hat, was VNV betrifft, habe ich mich so nach und nach durch deren komplette Diskografie gebuddelt – nur, um feststellen zu müssen, dass es da so ein paar Veröffentlichungen gab, an die mittlerweile nur äußerst schwer heranzukommen ist. Allen voran sei da mal die „Standing/Burning Empires“ genannt, die auf insgesamt 4.700 Stück limitiert ist. Im ersten Moment dachte ich: ‚Wer zum Geier kommt denn auf die bescheuerte Idee, eine Single in einer limitierten Auflage herauszubringen?!‘

Auf 4.700 Stück limitiert

„Standing/Burning Empires“ originalverschweißt

Dann allerdings hatte ich einen last.fm-Stream laufen und hörte da relativ kurz hintereinander „Saviour (Vox)“ sowie „Legion (Janus)“. Das waren beides Versionen von Stücken, die auf dem grandiosen Album „Empires“ zu hören waren. Und diese alternativen Versionen rissen mich gehörig vom Hocker! Die Erkenntnis, dass es also eine fabelhafte Idee sein kann, eine limitierte Edition einer Single herauszubringen, strafte mich also mal wieder Lügen. Der berühmte „Haben-will!“-Effekt setzte ein.

Schnell war klar, dass ich hier eine größere Menge Geld™ investieren müssen würde. Die Preise bei diversen eBay-Auktionen schwankten immer so um die 50€, erreichten aber durchaus auch Gebote von bis zu 80€. Nach kurzem Ringen mit mir selbst, setzte ich meine Schmerzgrenze auf die 50€ fest – und jagte dem seltenen Stück dann bald zweieinhalb Jahre nach. Und damit jagte auch ein Tiefschlag den nächsten. Entweder liefen die Auktionen zu Zeiten ab, zu denen ein normalsterbliches Karlchen absolut nicht an den Rechner kam, um mitbieten zu können, oder aber die Gebote schaukelten sich weit über meine Schmerzgrenze auf.

Fast wollte ich es schon aufgeben, das gute Stück noch irgendwie zu ergattern. Bis ich dann vor knapp 1 1/2 Wochen doch nochmal mit einer schon an Fatalismus grenzenden Haltung bei einer Auktion mitbot, völlig ohne die Hoffnung, hier noch Glück zu haben. Aber es kommt ja dann erstens irgendwie doch immer anders, als man zweitens denkt, und zack! Ich hatte sie ersteigert. Nach zweieinhalb Jahren Jagd. Originalverpackt. Zu einem Schnäppchenpreis. Zeit also, endlich mal Horrorvisionen zu bekommen, was denn nun noch alles schiefgehen konnte. Der Verkäufer sackt die Kohle ein und schickt nix raus. Oder aber die CD kommt nicht bei mir an. Oder sie ist in einem erbärmlichen Zustand. Oder, oder, oder.

Und dann trudelte sie doch allen Ernstes pünktlich zu meinem Burzeltach ein, war in der Tat jungfräulich noch originalverschweißt und verpasste meiner Nase nach dem Öffnen (Jahaa, ich habe sie frevelhafter Weise von ihrer Verpackung befreit!) die unvergleichliche Chemiekeule, die Druckfarbe so mit sich bringt. Welch wunderbarer Duft! Welch erhebendes Gefühl, die erste Disc in den Player zu schieben! Welch Freude, die Lautsprecher voll aufzudrehen und die Lieder endlich in höchster Qualität genießen zu dürfen! *triumphier* *tirilier* *hachmach* *komplett-am-Rad-dreh*

*hüstel* Aber die Jagd geht weiter, die Urinstinkte des Menschen wollen schließlich befriedigt werden. Nächstes Ziel ist dann das Debütalbum von VNV Nation. Wobei es da auch die überarbeitete Auflage tut. Insbesondere, da für das Original von 1995 zum Teil wirkliche Mondpreise aufgerufen werden. Was? Schreit da jemand, 50€ für ’ne CD sei schon astronomisch? Ha! Von wegen, es geht weitaus schlimmer:

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