no need of sun to light the way…

Immer dasselbe Theater

Da hat mich die eine meiner zwei derzeitigen Leib- und Magenbands ja gerade wieder vor eine äußerst schwierige Entscheidung gestellt. ASP bringen Ende Mai ihr bisheriges Hauptwerk – also den Schwarzen-Schmetterling-Zyklus – noch einmal in einer neuen Zusammenstellung heraus. Da wird es dann die ersten fünf Alben sowie die dazugehörigen Singles in einem sogenannten „Earbook“ geben.

Schön und gut, nun habe ich aber natürlich eben jene Alben bereits im CD-Regal stehen. Die Singles wiederum fehlen mir aber alle, insofern juckt es mir dann schon in den Fingern – zumal sich das Format von 28×28 Zentimetern sicher gut im Regal machen würde. Und die gesammelten Artworks der Alben dann auf insgesamt 112 Seiten in dieser Größe vor sich sehen zu können, stelle ich mir auch grandios vor.

Um euch mal dran teilhaben zu lassen, wie in etwa solche Entscheidungsprozesse in klein Karlchens Kopf ablaufen, hier mal das Theater, das die metaphorischen Stimmen in meinem Kopf beim Stöbern im ASP-Shop heute morgen aufführten:

 

Kauferwägungen zum „kompletten Schwarzen-Schmetterling-Zyklus” in Karlchens Kopf
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Ein Drama in zwei Szenen

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Ein erster Blick

Vernunft, die mit erhobenem Zeigefinger auf die Bühne stolziert. Musiksucht blickt mit großen Augen aufs Tracklisting. Spannung mischt sich ebenfalls ein. Der Geldbeutel gibt sich unbeteiligt, schaut aber ängstlich aufs Geschehen.

Vernunft: Sieh an, mehr als die Hälfte davon steht ja schon in deinem CD-Regal.
Musiksucht: Aber die unbekannten Remixe und Neuinterpretationen, sind dir die egal?
Vernunft: Denke an den Geldbeutel, der fühlt sich jetzt schon viel zu schmal.
Musiksucht: Oh, und auch noch „The Power Of Love”!
Spannung: Auf diese Interpretation bin ich ja schon ewig gespannt!
Vernunft: Na, aber überleg doch mal – wärst du, meine liebe Spannung, dann nicht endgültig gebannt?

Spannung zieht Musiksucht beleidigt mit sich von der Bühne. Vernunft bleibt triumphierend grinsend im Rampenlicht stehen.

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Ein genauerer Blick auf die Ausstattung

Vernunft wiegt sich überheblich in Sicherheit. Sinn für visuelle Ästhetik betritt die Szene. Musiksucht und Spannung lauern lauschend im Schatten.

Sinn für visuelle Ästhetik: Vernunft, welch Freude, dass du auch einmal wieder hier bist.
Vernunft: Sag, hast du mich vermisst?

Musiksucht beginnt, die „kleine Ballade vom Schwarzen Schmetterling“ zu summen.

Sinn für visuelle Ästhetik: Soll ich ehrlich zu dir sein?
Vernunft: Ach, bei dir zählt doch eh nur der äußere Schein.
Sinn für visuelle Ästhetik: Ganz genau, drum schau: Sämtliches Artwork im Großformat!
Vernunft: Das ist es, worauf ich seit Jahren wart‘.
Sinn für visuelle Ästhetik: Auf ganzen einhundertundzwölf Seiten!
Vernunft: Das lässt mich aber nicht zum Kauf verleiten.

Musiksucht und Spannung eilen dem Sinn für visuelle Ästhetik zur Seite. Die drei nun im Chor.

Chor: Du bist nun aber in der Unterzahl und auf dich allein gestellt!

Vernunft wirft ihren Umhang ab, entpuppt sich als Fanatismus und stellt sich zu den Dreien.

Fanatismus: Also gut, ihr habt ja Recht – es wird bestellt.

Der Geldbeutel wimmert leise.
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ENDE

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