no need of sun to light the way…

Die Musik und ich

Ein sehr schönes Thema als Einstieg ins Bloggen liefert mir gerade spontis.de – dort wird monatlich unter dem Motto „Gothic Friday“ dazu aufgerufen, mal ein wenig zu einem bestimmten Thema zu erzählen. Im Februar dreht es sich nun ums Thema Musik, was mir als quasi Musiksuchti doch sehr gelegen kommt. Im Folgenden mache ich mir also mal zu den 10 bei Spontis gestellten Fragen Gedanken.

  1. Was bedeu­tet Musik für Dich? Wie wich­tig ist sie Dir?
    Musik ist für mich unverzichtbar. Sie begleitet mich nahezu ununterbrochen und ohne Musik wär’ ich sicher nur ein halber Mensch. Sie untermalt mein Leben passend zu meiner jeweiligen Stimmung. Ebenso nimmt sie aber Einfluss auf meine jeweilige Stimmung, wenn es nötig ist. Gäbe es keine Musik, müsste man sie dringendst erfinden.
  2. Wel­che Rich­tun­gen „schwar­zer Musik“ hörst du? Nenne ein Bei­spiel, das für Dich deine Bedeu­tung des Genre am bes­ten wie­der­gibt.
    Mein Musikgeschmack war schon seit ich angefangen habe, einen eigenen solchen zu entwickeln, immer sehr von elektronischer Musik geprägt. Insofern bin ich aus dem Bereich der „schwarzen Musik“ sehr vielen elektronischen und elektronisch angehauchten Subgenres angetan. Als wichtigste Vertreter sind hier zu nennen:

    • Futurepop: Allen voran sind hier natürlich VNV Nation zu nennen, die höchstwahrscheinlich der Hauptauslöser dafür waren, dass ich anfing, mich intensiver mit der Musik der schwarzen Szene zu beschäftigen und somit schlussendlich überhaupt selbst in der schwarzen Szene angekommen bin. Das erste und auch immer noch meistgehörte Stück dieser Richtung ist definitiv „Beloved“ – natürlich von VNV Nation. 😉
    • Synthpop: Sehr eng verwandt mit Futurepop und natürlich schon lange davor dagewesen, ist dies sicher kein rein auf die schwarze Szene beschränktes Genre. Nichtsdestotrotz haben viele Bands aus diesem Bereich die Musik der schwarzen Szene entscheidend mitgeprägt, allen voran Depeche Mode. Für mich persönlich sehr wichtig sind hier unter anderem Ashbury Heights, allen voran ihr Lied „Spiders“.
    • Aggrotech/Hellectro: Gern auch als Fluglotsentechno verspottet muss ich zugeben, dass dieses Genre sich doch sehr im Kreis dreht. Wirklich innovativ sind hier in meinen Augen wenige Projekte; trotzdem gibt es durchaus Hörenswertes. Insbesondere sei hier „All Pain Is Gone“ von Combichrist genannt.
    • Synthrock: Als Fusion von gitarrenlastiger Musik mit Synthesizerklängen war dieses Genre der entscheidende Anlass für mich, mal generell über meinen rein elektronischen Tellerrand hinauszublicken. The Birthday Massacre mit ihrem „Looking Glass“ beispielsweise haben mich auch dieses Genre mögen lassen.
    • Darkwave: Damit komme ich dann zu den eher klassischen Spielrichtungen der schwarzen Szene. Prägend für mich waren aus dieser Richtung die frühen Werke von Diary of Dreams, die sich in letzter Zeit ja eher in Richtung Synthrock/Synthpop entwickelt haben – was ich aber keinesfalls negativ finde. Als für mich typisches Stück aus diesem Genre sei „End(giftet)?“ von DoD genannt.
    • Neue Deutsche Härte: Ein selten dämlicher und nichtssagender Begriff, wie ich finde. Unter dieses Dach werden im allgemeinen Bands wie Rammstein, Oomph! oder Megaherz einsortiert. Für mich am wichtigsten aus dieser Richtung sind aber sicherlich Eisbrecher, insbesondere mit ihrem „This is Deutsch“.
    • Mittelalterrock: Was dieses Genre angeht, gibt es noch einiges, was ich nicht kenne. Wie aber generell bei gitarrenlastiger Musik bin ich hier wählerisch. Sehr wichtig für mich hier sind aber zum Beispiel Subway to Sally; als unbedingt hörenswertes Lied von ihnen will ich mal „Wenn Engel hassen“ nennen.
    • Gothic Rock: Hier habe ich sicherlich auch noch einiges an Nachholbedarf, da ich hier lange brauchte, um mich mit dieser Art Musik anzufreunden. Den entscheidenden Anstoß gaben mir hier Fields of the Nephilim mit ihrem „Last Exit For The Lost“.

    Das wären mal die für mich wichtigsten und meistgehörten Genres. Daneben finden sich in meiner Musiksammlung aber weitere Interpreten der schwarzen Szene, allen voran sei hier noch ASP genannt. Häufig werden sie auch der Neuen Deutschen Härte zugeordnet, da mag ich aber gern widersprechen. Zwar können sie zu einem gewissen Teil stilistisch durchaus mit ein paar der oben genannten Bands verglichen werden, ihre musikalische Bandbreite ist aber deutlich größer, es geht ja zum Teil auch in Richtung Folkrock oder hier und da auch Synthrock. Inhaltlich passen sie für mich auch nicht in diese Schublade.

  3. Wie wür­dest deine musi­ka­li­sche Lauf­bahn beschrei­ben? Über wel­che Rich­tung der Musik bist Du in die Szene gekom­men, wel­che hast hin­zu­ge­won­nen, wel­chen hast du abge­schwo­ren und was hörst du heute?
    Ein wirklich eigener Musikgeschmack hat sich bei mir so mit 11 Jahren herausgebildet. Ab da fing ich an, den typischen 90er-Jahre-Eurodance zu hören; davor habe ich eigentlich gar nicht bewusst Musik gehört. Das entwickelte sich dann nach 4, 5 Jahren weg in Richtung Trance – bevorzugt Hardtrance, Vocal Trance und Epic Trance, zum Teil auch Psytrance. Da blieb ich dann so an die 8 Jahre lang kleben, bevor mir ein damaliger Mitbewohner „Call The Ships To Port“ von Covenant vorspielte.
    Dieses Stück ist ebenfalls ein typischer Vertreter des Futurepops und zeigt deutlich, dass sich dieses Genre unter anderem auch bei Elementen des Trance bedient. Insofern war’s also kein Wunder, dass mir das zusagte. Da sich in dem Bereich der Trance-Ecke, in dem ich mich bevorzugt austobte, eine gewisse Innovationsarmut eingestellt hatte, kamen mir diese für mich neuen Impulse sehr gelegen. Von da war es im Prinzip unvermeidlich auf „Beloved“ von VNV Nation zu stoßen – siehe oben. 😉
  4. Wie und wo hörst du Musik am liebs­ten?
    Eigentlich höre ich Musik in allen Lebenslagen: Auf dem Weg zu und von der Arbeit in der Straßenbahn, unterwegs im Auto, zu Hause – da auch gerne mal laut.
  5. Wel­che Musik hörst du außer­halb der typi­schen dunk­len Musik noch?
    Inzwischen höre ich fast ausschließlich oben genannte Spielrichtungen der schwarzen Szene. Hin und wieder packt mich aber doch die Nostalgie und ich buddele Stücke aus meiner Eurodance-Zeit und der Trance-Ära aus. Darüberhinaus finden aber auch mal Soundtracks aus Science-Fiction-Filmen und -Fernsehserien den Weg in meine Playlist. Völlig abseits von all dem finde ich aber auch die isländische Post-Rock-Band Sigur Rós grandios.
  6. Mal ange­nom­men, Du könn­test ein Instru­ment spie­len, hät­test eine tolle Stimme und wür­dest zusam­men mit Freun­den eine Band grün­den. Wel­che Rolle in der Band wäre Deine?
    Wenn ich denn ein Instrument spielen könnte, würde ich mich vermutlich genau darauf konzentrieren. Vielleicht auch noch aufs Songwriting. Aber selbst wenn ich eine tolle Stimme hätte, beschränkte ich mich sicher auf Backgroundgesang – im Rampenlicht zu stehen habe ich nämlich gar nicht gern.
  7. Nenne 5 dei­ner Alben die für Dich unver­zicht­bar mit Szene ver­bun­den sind.
    • VNV Nation – „Empires“
    • The Crüxshadows – „…Night Crawls In“
    • Fields Of The Nephilim – „The Nephilim“
    • ASP – „Weltunter“
    • Faun – „Licht“
  8. Wel­che musi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten hat für dich das ideale Lied?
    Oh mein Bob, wie soll ich das jemals in Worte fassen können? Im Grunde muss ein Lied mich aus dem Alltag herausreißen und mich in eine andere Welt bringen können. Es muss also in der Lage sein, eine in sich stimmige Atmosphäre aufzubauen und – sofern es sich nicht um ein Instrumentalstück handelt – der Text muss mich ansprechen oder ich muss mich selbst oder Situationen aus meinem Leben, die mir viel bedeuten, darin wiederfinden können.
  9. Wel­che Band oder wel­chen Musiker/in wür­dest Du gern mal inter­viewen und auf wel­chen Frage musst Du dabei unbe­dingt eine Ant­wort haben?
    Ich würde zwar gerne mal ganz ungezwungen mit diversen Musikern drauflosplaudern, insbesondere mit Ronan Harris von VNV Nation. Aber eine explizite Frage schwebt mir da gerade nicht durchs Hirn. Im Gegenteil: Ich denke, das, was ein Musiker zu sagen hat, hat er in seine Musik gesteckt. Wie man selbst es dann aufnimmt, bleibt einem selbst überlassen. Insofern würde ich also keine Frage stellen, sondern eher erläutern, wie ich ein bestimmtes Lied auffasse, was es mir bedeutet.
  10. Wer oder was reprä­sen­tiert für die Dich die Zukunft der „schwar­zen“ Musik?
    Als Projekt, dass sich nur schwer einsortieren lässt, sei hier abrasions erwähnt. Hier kommt so ziemlich alles zusammen, was mir gefällt: Dark Ambient, experimentelle elektronische Klänge, absolut stimmiger Einsatz von Akustik- und E-Gitarren… Der Song „Dreamer“ ist für mich einfach grandios und spricht mir aus dem Herzen. Eigentlich ein Jammer, dass das aktuelle Album „Memorial” (Ende 2009 erschienen) noch nicht von einem Plattenlabel entdeckt wurde – es ist eine fantastische Mischung aus Post-Rock und Darkwave.
    Eine Band, die ebenfalls deutlich mehr Beachtung bekommen sollte, sind Veil Veil Vanish. Zwar wurde ihr Debütalbum „Change In The Neon Light“ schon in diversen Szenemagazinen umjubelt, trotzdem scheint sie immer niemand zu kennen, wenn ich auf sie zu sprechen komme. Was habe ich irgendwo mal über sie gelesen? „Veil Veil Vanish klingen so, wie The Cure heute klingen müssten.“ Dem kann ich nur zustimmen; ihre Musik setzt konsequent das fort, was Robert Smith und Co. damals gemacht haben, schafft es dabei aber, erfrischend modern zu klingen.
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5 Antworten

  1. Vielen Dank für deinen Artikel!

    Einen spannenden Einstieg mit VNV Nation hast Du Dir da zugelegt, recht ungewöhnlich für einen Einstieg, aber durchaus verständlich. Als ich die Nation kennenlernte, vermochten sich mich aus der Letargie des Dark Wave zu entführen, die ich seinerzeit verspürte. „Chrome“ ist mir bis heute in den Knochen geblieben.

    Besonders freut mich deine Wahl von „Licht“ der Faune, ein besonders gutes Album das mir „Paganfolk“ näher brachte. Ich verehre die Band heute noch obwohl nachfolgende Werke durchwachsen klingen.

    Ein Interview mit Ronan Harris ist übrigens gar nicht so abwegig, der Mann gibt sich sehr unkompliziert und antwortet auch mal auf Anfragen seiner Anhängerschaft. Ein sehr sympathischer Mensch, genau wie Du 😉

    Ein Satz der ebenso noch unterstrichen werden sollte: „Eine Band, die ebenfalls deutlich mehr Beachtung bekommen sollte, sind Veil Veil Vanish.„, genauso wie O.Children und The Editors 😉

    8. Februar 2011 um 02:39

    • Ich schätze mal, für jemanden wie mich, der jahrelang in der Tranceecke rumdümpelte, waren VNV Nation so ziemlich der logischste Einstieg. 😉 Wobei ich bspw. Apoptygma Berzerk schon viel länger kannte, die liefen um 2000/2001 sogar recht häufig auf meinem damaligen Leib-und-Magen-Sender sunshine live. Insofern ist es eigentlich erstaunlich, dass ich dann nochmal fast 6 Jahre gebraucht habe, VNV zu entdecken.
      „Licht“ ist ein wunderbares Album, finde ich, insofern musste ich es irgendwo unterbringen, auch wenn Faun bislang die einzige Band in der Richtung Paganfolk sind, die ich wirklich kenne. Weitere Alben müssen zwar noch ihren Weg in meine CD-Sammlung finden, aber das ist nur eine Frage der Zeit – insbesondere nachdem ich sie letzten Dezember auf ihrer Akustiktour gesehen habe und immer noch hin und weg bin. 🙂

      9. Februar 2011 um 20:42

  2. In deinem „musikalischen Werdegang“ finde ich einige Abzweigungen, die bei mir doch sehr ähnlich aussahen…

    Und richtig toll beschrieben!

    Die Künstler, die mir hier namentlich noch nicht geläufig sind, werde ich zu Hause doch direkt mal recherchieren 🙂

    10. Februar 2011 um 16:37

  3. Hey, das ist ja mal ein differenzierter Post! Du solltest eine schwarze Musiklandkarte erstellen, Dir traue ich das locker zu! Vielen Dank für die Strukturierung! Und ja: „Beloved“ ist fast perfekt. Nur „Call the ships to port“ von Covenant höre ich häufiger.

    13. März 2011 um 09:24

  4. Pingback: Alles nur geklaut? « karl bloggt.

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